Süddeutsche Zeitung, Ebersberger Teil, 24/25. 11.2001

Schnelles Tippen hat seinen Preis

Nun hat es Maximilian Bauer, Schüler am Markt Schwabener Franz-Marc-Gymnasium schriftlich: Er ist Bayerns schnellster Schreibmaschineschreiber. Staatssekretär Karl Freller überreichte dem Sieger des Schülerwettbewerbs gestern eine Urkunde. Maximilian Bauer erreichte bei dem Wettbewerb 493 Anschläge pro Minute - keine Chance für die anderen 60 000 Abiturienten, die um den Sieg tippten. Außerdem musste der Gymnasiast einen zehn Minuten lang vorgetragenen Text mitschreiben. mbr/Foto:Schunk

Süddeutsche Zeitung 13.11.2001

Die flinkesten Finger

Schwabener Gymnasiast hängt Konkurrenz ab  Von Sabina Griffith

Markt Schwaben Z Er ist der Schnellste: Mit 493 Anschlägen pro Minute hat Maximilian Bauer den bayernweiten Schülerwettbewerb im Maschinenschreiben gewonnen - und das zum zweiten Mal. Auch 2000 hatte der Gymnasiast aus Markt Schwaben die Konkurrenz hinter sich gelassen.

Er arbeite ohne Tricks und ohne spezielle Technik, versichert der 18-Jährige In einem ganz normalen SchreibmaschinenKurs habe er gelernt, das EinFinger-Suchsystem zu optimieren, was ihm offenbar gelungen ist. Die einzige Erklärung, die er für seine extreme Fingerfertigkeit vorbringen kann, ist vielleicht noch das Musizieren auf dem Akkordeon. Acht Jahre lang hat er auf dem"Schifferklavier" gespielt, habe also gelernt, die Fingerbewegungen beider Hände zu koordinieren. Das, gepaart mit "einer gewissen Musikalität in der Familie" und vielleicht noch die vielen Stunden vor der Tastatur seines Computers sind angeblich das ganze Geheimnis seines Erfolgs. An dem jährlich stattfindenden, bayemweiten Wettbewerb, hatten sich heuer rund 60 000 Gymnasiasten beteiligt. Zum einen galt es, einen zehn Minuten lang vorgetragenen Text so schnell wie möglich mitzusehreiben, mit so wenig Fehlern wie möglich, versteht sich. Teil zwei des Tests bestand darin, einen Text möglichst schnell auf eingebaute Fehler hin zu analysieren.

Während der letzte Teil nicht seine Sache gewesen sei, konnte Maximilian einmal mehr im Schnellschreibtest brillieren. Wie gesagt, mit 493 Anschlägen pro Minute empfiehlt er sich wärmstens für jedes Chefsekretariat. Doch davon will er nichts wissen. Schlimm genug, dass er jetzt die Korrespondenz für die Familie übernehmen müsse. Er tendiere eher in Richtung Computerindustrie.

Neben einer Ehrenurkunde gibt es auch einen Preis zu gewinnen. Allerdings keine Schreibmaschine. Letztes Jahr trug Maximilian ein Buch nach Hause: "Ein Bildband über schöne Gegenden in Deutschland."