Ebersberger SZ Nr. 170, Seite R 10 26.08.00, 

Ebersberger Zeitung 13.07.00 (s.u.),

Ebersberger Zeitung Nr. 159, S. R 9 

 

Ebersberger Zeitung, 25.07.00:

,Huch, wo ist mein Kopf?": Dieser Weitwerfer setzte sich voll ein. "Auf die Plätze, fertig, los": Beim Massenstart waren noch alle Olympioniken des Schwabener Gymnasiums zusammen.

 Foto-. J. Rossmann

Hoch motivierte Wettkämpfer

Schwabener Gymnasium organisiert 1. Schüler-Olympiade

Markt Schwaben -Ab 8.3 0 Uhr trudelten gestern im Schwabener Sportpark die ersten Wettkämpfer ein. Bei der 1. Schülerolympiade des Franz Marc Gymnasiums stellten sich die fünften bis siebten Klassen zum Einmarsch der "Klassennationen" auf. Durch die bunten T-Shirts, die den Mannschaftsgeist unterstrichen, entstand auf dem Rasen hinter der Tribüne ein bunter Zug. Zur glorreichen Melodie von" The Final Countdown zogen die "Nationen" in einem imposanten Zug ins Stadion ein.

Als erstes großes Ereignis wurde das olympische Feuer von der Siebtklässlerin Julia Nafe mit der Fackel der Olympischen Spiele von 1972 entzündet. Dann folgte der Olympische Eid. Anschließend eröffnete Schulleiter Gerhard Dittmann die Spiele. Staatsekretärin Christa Stewens und Bürgermeister Richard Huber richteten anfeuernde Worte an die Schüler. Aus dem sportlichen Bereich kam ebenso Prominenz zum Zuschauen. Karl Rauh, Präsident des Bayerischen Leichtathletikverbandes, und Hans-Otto Dressel, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), waren von der Idee einer Schülerolympiade begeistert, wie die Schüler, die gespannt auf den Beginn der Wettkämpfe warteten. Da die Schüler hochmotiviert starteten, kamen grandiose Ergebnisse zustande. Beim Ballwurf 46 m, beim Hochsprung 1,21 m, beim Sprint 7,66 Sekunden auf 50 m: Die Rekorde purzelten nur so. Während der Wettkämpfe ertönten immer wieder die "Olympischen Fanfaren", um zur nächsten Siegerehrung zu laden. Begeistert wurden die Sieger bejubelt, als Klassenhymnen wie Jt's my live" von John Bon Jovi ertönten. Glücklich und erschöpft verließen die Wettkämpfer das Stadion.       Katharina Hamacher, Jessica Renner

"jubeln bis zum Umfallen": Auch die Fraktion der Schlachtenbummler war im Sportpark der Marktgemeinde dicke da.

Seite R 10 / Ebersberger SZ Nr. 170, 26.08.00

Ein geniales Olympia

Die Markt Schwabener Klassennationen sind begeistert

Markt Schwaben "Nur positive Stimmen" hat Organisator Manuel Kripp vom Markt Schwabener Franz-Marc-Gymnasium über die erste Schülerolympiade gehört, die am Dienstagmittag zu Ende gegangen ist. Obwohl die Stimmung am Eröffnungstag "noch euphorischer gewesen" sei, zog Kripp ein durchweg positives Resümee. "Dafür, dass wir die gesamte Organisation in acht Wochen durchgezogen haben, war es genial."

Mitgezogen haben bei dieser Schülerolympiade, die 2004 wiederholt werden soll, vor allem die Unterstufler. In den 5., 6. und 7. Klassen war die olympische Idee mit besonderer Begeisterung aufgenommen worden. Wochenlang hatten die Kinder an Hymnen und Trikots für ihre "Klassennation" gearbeitet. Und an den Wettkampftagen wuchs da mancher schon mal weit über sich hinaus. "Einer hat den Marathon von 4,2 Kilometern in 14 Minuten zurückgelegt", erzählt Kripp voller Hochachtung. "Der ist gerannt wie ein Wahnsinnniger."

Die Begeisterung der Jüngeren lässt sich auch an ihrem enorm guten Abschneiden ablesen. Obwohl die Leistungen separat nach Jahrgängen gewertet wurden, liegt die Klasse 7e auch nach absoluten Punktezahlen vor allen anderen "Klassennationen" der Stufen 5 bis 11. Über 345 Punkte hat dort jeder Schüler im Schnitt errungen. Wenn die 7e eine Sport-Supermacht ist wie etwa die USA bei den "großen" Olympiaden, dann ist die lld so etwas wie Jamaika. Viele Teilnehmer traten gar nicht erst an, was der Klassennation 1ld ein blamables Resultat von 91 Punkten bescherte. Die 5e als Letztplatzierte der fünften Klassen hat mit 232 Punkten ein fast dreimal so gutes Ergebnis eingefahren. Auch wenn sie damit verloren haben, sind sie doch gute Verlierer.

Manuel Kripp hat mit diesem Problem gerechnet. "Es war klar, dass nicht alle mitziehen würden." Insgesamt sei er dennoch angenehm überrascht, wie groß der Anklang gewesen sei, und vor allem, wie fair die Spiele abgelaufen seien. Die Leistungen der Sieger hätten die anderen Schüler neidlos anerkannt. Die zehnte Jahrgangsstufe habe sich nach ihren eigenen Wettkämpfen bei den anderen Teilnehmern eingefunden, um sie anzufeuern. "Genial" sei das gewesen. Gregor Schiegl

Direktor Gerhard Dittmann stellt die Weitsprungsiegerinnen vor (v.links): Sandra Bersinic, Julia Nafe und Marianne Zweck.Foto: en

Die Ergebnisse

Punktewertung der "Klassennationen' nach Jahrgangsstufen: .

Fünfte: 1. 5b (302), 2. 5c (284), 3. 5a (271),4.5d (246),5.5e (232);

Sechste: 1. 6c (332), 2. 6d (314), 3. 6b (286), 4. 6e (269), 5. 6a (268), 6. 61 (257);

Siebte: 1. 7e (345), 2. 7a (320), 3. 7c (319),4.7b (263),5.7d (253);

Achte: l. 8b (263), 2. 8d (239), 3. 8a(218), 4. 8c (192);

Neunte: 1. 9c (286), 2. 9a (270), 3. 9d (248),4. 9b (241);

Zehnte: 1. 10b (337), 10d (301),3. 10a (254),4. 10c(250);

Elfte: 1. 11c (280),2. lla (264),3. 11e (243),4. 1 lb (182), 5. 11 d (91);

Einzelergebnisse können unter der Internet-Adresse www.franz-marcgymnasium.de abgerufen werden. gsl

Ebersberger Zeitung 13.07.00:

Emotionale Olympiade statt nüchterner Bundesjugendspiele

Schluss mit drögen Wettkämpfen

Olympiakomitee am Franz-Marc-Gymnasium will Schüler begeistern

Markt Schwaben "Die olympische Idee ist verschüttet gegangen", bemängelt der Sportlehrer Ottmar Schwab an den "großen" olympischen Spielen. Mit der Aufgabe des Amateurstatus der Olympioniken sei an Stelle der Fairness nun die Leistung das wichtigste Merkmal geworden, kritisierte er. Am 24. Juli gibt es im Markt Schwabener Franz-Marc-Gyrnnasium nun wieder "richtige" Spiele. Anstelle der unpopulären Bundesjugendspiele findet dort dann zum ersten Mal eine "Schülerolympiade" statt, mit allem was zu einer Olympiade gehört: mit Trikots, dem Einzug der Nationen (vulgo, Schulklassen), Fahnen, Hymnen und Olympiamedaillen.

Diese "zeremoniellen Rituale" findet Schwab enorm wichtig. Die Kinder bräuchten einen "emotionalen Bezug", damit ein Ereignis auch zu einem Erlebnis werde. Die Bundesjugendspiele würde er wegen ihres nüchternen Wettbewerbscharakters deswegen "am liebsten abschaffen". Dieser Ansicht stimmt der Organisationsleiter aus der K12, Manuel Kripp zu. Der Kollegstufensprecher Kripp zählt als unverzichtbare "Stütze der Schule", hat er doch in der Vergangenheit jede SMV-Party geschmissen. Jetzt, kurz vor dem Abitur, will er sich mit einer "Sportveranstaltung mit fast 1200 Beteiligten" von der Funktion des Großorganisators an der Schule verabschieden. Für dieses Meisterstück hat er sich kräftig ins Zeug gelegt. Zusammen mit seinen Kollegen vom "Komitee" hat er die Wettkampfanlage von der Gemeinde bekommen. Öffentlichkeitsarbeit vorangetrieben, technische Ausrüstung besorgt und sich um Sponsoren bemüht.

Großes Glück hatte Manuel Kripp dabei bei der Babynahrungsfirma "Alete". Sie stellt den Olympioniken 5000 ihrer Produkte gratis zur Verfügung. Wie Pressesprecherin Lilian-Susann Wilke erklärte, wolle ihr Unternehmen damit das "persönliche Engagement" Kripps honorieren, zum anderen habe "Alete" gerade bei den Jugendlichen eine neue Zielgruppe gefunden. Bei der Berliner "Love Parade" genössen die "Alete" Produkte inzwischen "Kultstatus", weil sie "total gesund" und "leicht zu essen" seien. Außerdem machten sie nicht dick. Insofern seien sie die "idealen Fitmacher" für die jungen Olympioniken, warb sie. Gregor Schiegl

 

Ebersberger Zeitung Nr. 159, S. R 9

Mit Spaghetti zum Sieg

Die Klasse 5b bereitet sich professionell vor

Markt Schwaben  Auf dem Speiseplan der Markt Schwabener Gymasiasten in der 5b stehen Spaghetti ganz oben. Nudeln haben viele Kohlenhydrate, und das ist für Sportler wichtig. Das wissen die jüngsten Teilnehmer der ersten groß angelegten Schülerolympiade sehr gut. "Wenn ich soviel Fleisch esse, kann ich ja gar nicht mehr laufen", sagt eine Schülerin und stößt damit auf breite Zustimmung. Nur einer der Schüler legt auf die perfekte Sportlerernährung keinen gesteigerten Wert. "Ob ich zehn Portion Pommes esse oder eine ist auch schon egal." Außerdem laufe er ja nicht, er trete in der Disziplin Weitwurf an.

Andere Olympia-Disziplinen sind Weitsprung, Hochsprung, 2000Meter-Lauf, Sprint oder der 4,2 Kilometer langen MiniMarathon. Die Schüler der Klasse 5b nehmen die Wahlfreiheit als großen Vorteil gegenüber den Bundesjugendspielen auf, für die sie sich nicht so recht erwärmen können. "Wenn man eine Disziplin nicht so gut kann, muss man sie trotzdem machen. Und selbst wenn man irgendwo gut ist, zieht einen das schlechte Ergebnis in einer anderen Disziplin wieder runter", analysiert eine besonders helle Olympionikin. Der Vorteil, bestätigt ein Mitschüler, das sei nun mal "die große Auswahl".

Medaillenchancen rechnen sich die Schüler schon aus. Die Olympiadisziplinen, zu denen die Schüler der fünften bis elften Klassen antreten, werden separat nach Jahrgängen und Geschlecht gewertet. Ein Mädchen der 5b glaubt beim 50-Meter-Sprint gute Aussichten auf die Goldmedaille zu haben. Immerhin hat sie die Strecke in 7,86 Sekunden geschafft.

Sportlich muss es dabei aber auch zugehen. Die Schüler schwören deshalb vor Beginn der Spiele auf einen selbst geschriebenen Olympischen Eid. Das Besondere, "das, was über die Olympische Idee hinaus geht", wie Sportfachbetreuer Ottmar Schwab anmerkt, ist, dass die Klasse auch als Ganzes gewinnen könne. "Da zählt die Leistung von jedem Einzelnen."

Sollte jemand aus der Klasse 5b eine Medaille gewinnen - wovon alle ausgehen - dann wird bei der Siegerehrung Jon Bon Jovis Jt's my Life" ertönen. Dieses Lied hat sich die 5b nach langem hin und her als Klassenhymne auserkoren. Das Outfit der "Klassennation" kann sich ebenfalls blicken lassen. Es besteht aus einem mit der Aufschrift " 5b " versehenen weißen T-Shirt und dunkelblauen Hosen. Das ist wichtig. Schließlich wird am 24. Juli ein Fernsehteam von "tv München" am Franz-Marc-Gymnasium erwartet.      Gregor Schiegl