Die Dritte-Welt-Gruppe einmal ganz anders:
Nicht ein einzelnes Land, sondern – wenn schon, denn schon – die ganze Welt stand im Mittelpunkt einer diesmal etwas anderen Veranstaltung der Dritte-Welt-Gruppe, nämlich dem „Kabarett unserer Welt".
Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten war es am 7. April soweit: Zahlreiche Besucher strömten in die großen Aula unserer Schule, wo sie die einfallsreiche blau-grüne Dekoration mit zahlreichen Bezügen zu den Lebenselementen Wasser und Erde auf das Motto des Abends einstimmte. Natürlich war auch wieder bestens für das leibliche Wohl gesorgt worden. Und dann ging es Schlag auf Schlag in einem bunten und unterhaltsamen Programm, das die Dritte-Welt-Gruppe, kräftig unterstützt von anderen Gruppen, vorbereitet hatte.
Die Tanzgruppe der Mädchen aus einigen 6. Klassen heizte die Stimmung erst einmal mit ihrer gekonnten Darbietung an. Danach sahen die Gäste einen witzig-skurrilen Auftritt diverser Filmgrößen in einer bisher noch nicht gekannten Mischung (oder wussten Sie bisher, daß Zorro, Batman und Superman einen erbitterten Streit darüber austragen, wer die Biene Maja retten darf?). Kaum zurück aus Hollywood wartete schon das Wirtshaus „Zum braunen Bär" auf der Bühne, in dem Dorfhonoratioren ihre ausländerfeindlichen Vorurteile lautstark verkündeten, gleichzeitig das Publikum aber daran teilhaben ließen, welche krummen Dinger sie gerne drehen. Daß dann einer der Ausländer, die „uns" ja so auf der Tasche liegen, die Zeche der Ehrenmänner übernahm, weil diese wieder einmal kein Geld hatten, war natürlich hart für sie und veranlasste die Honoratioren nicht etwa zur Dankbarkeit, sondern zum Ausspruch „siegst, des Gschwerl hat zvui Geld". Und sobald das Wirtshaus weggeräumt war, zeigten Carina Seidl und Sonja Stadlberger eine hervorragende Bandgymnastik, gefolgt von der Spezial-Lottomaschine des Circus Minimus, bei der die Gewinnzahl „ausjongliert" wurde.
Nach der Pause begrüßte Moderator Jochen Paletschek zunächst ein ganz besonders Ensemble: Tenöre und Tenörinnen boten den Zuschauer mit solcher Inbrunst den „kleinen grünen Kaktus" dar, dass kaum ein Auge trocken blieb. Und sofort folgte wieder ein großer Sprung um die halbe Welt nach Asien: Corinna Matejicek und Viola Breyer begeisterten mit einem eindrucksvollem Karate-Schaukampf. Gleich danach war deutsche Bürokratie angesagt. Ein Einbürgerungstest wartete auf einige Bewerber. Dabei mussten die beiden „Beamten", die so freudig abwiesen, dann leider erfahren, dass es sich nicht so gut macht, wenn man dem neuen Dienststellenleiter die Einbürgerung verweigern möchte. Anschließend konnten alle Besucher in einem Quiz ihr Wissen über die Welt testen – einige von ihnen als Kandidaten auf der Bühne, alle anderen im Publikum. Und zum Schluß spielten Mike Brandstätter und seine Freunde live auf der Bühne noch fetzige Musik.
Für alle Besucher war dies ein kurzweiliger Abend. Das dabei erwirtschaftete Geld (ca. 800.- DM) geht natürlich wieder unmittelbar an Projekte in Tansania, mit denen die Dritte-Welt-Gruppe Kontakt hat. Brigitte Federschmidt