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Sonntag 16.07.2000

 

Landeskunde:

Die Staatsflagge der Dominikanischen Republik

 

 

 

 

 

 

 

Da die Dominikanische Republik zu einem der beliebtesten deutschen Fernurlaubsziel heranwächst, möchte ich es mir zur Aufgabe machen, das Land kurz vorzustellen. Die Dominikanische Republik ist, wie bestimmt schon bekannt ein kleiner Staat in der Karibik. Das Land teilt sich mit dem Staat Haïti die Insel Hispaniola, welche 1492 von Kolumbus entdeckt wurde.

Überblick über die Lage der Dominikanischen Republik in der KaribikDas Land gehört mit 48422 km² zu den 65 kleinsten Länder der Welt (von 192 im Jahr 1998) und ist damit etwas größer als Dänemark oder das Bundesland Niedersachsen. Die größte Nord-Süd Ausdehnung beträgt ca. 260 Kilometer (Strecke Berlin - Hamburg) und Die längste Entfernung von West nach Ost ist ca. 390 Kilometer (Strecke Berlin - Frankfurt). Die Bevölkerungszahl betrug 1997 etwa 7,9 Million und ist damit etwas kleiner als unser Nachbarstaat Österreich. Somit beträgt die Bevölkerungsdichte 192 Einwohner pro km². Der Grossteil der Bevölkerung lebt mittlerweile in den Städten (65%). Von den 7,9 Million Menschen, lebten allein 2,6 Millionen in Santo Domingo, der Hauptstadt des Landes.  Das ist knapp 1/3 der Bevölkerung der Dominikanische Republik. Sie ist die älteste, ständig bewohnte europäische Siedlung der Neuen Welt, gegründet von Kolumbus Bruder Bartholomé Kolumbus im Jahre 1496.

 Mit 73% wohnen es in der Dominikanische Republik zum größten Teil Mulatten (Mischung aus Schwarz und Weiß), gefolgt von der weißen Bevölkerung (16%) und 11% Afroamerikanern. Die meisten Dominikaner bekennen sich zu katholischen Glauben (95%).

Die Dominikanische Republik besitzt das tropisches Klima, das von den vorherrschenden Ostwinden geprägt wird, oder auch Passat genannt. Im Flachland werden ganzjährig für uns gesehen angenehme warme Temperaturen gemessen. Die Mittagstemperaturen betragen im ganzen Jahr über 29°C. Während der Sommermonate reichen die Werte auch bis an die 35°C im Schatten. Die Nachttemperaturen liegen immer zwischen 19 und 23°C. Im Hochland ist es wesentlich kühler. Die Sonne verwöhnt den Urlauber und die Einheimischen ganzjährig mit sechs bis sieben Sonnestunden und hält somit das Wasser des Atlantiks und des Karibischen Meers auf konstanten 26 bis 28°C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt etwa 1500 mm. In den nördlichen Gebirgsregionen ist es wesentlich feuchter (ca. 2000 mm). Die Regenzeit währt von Juni bis November. Häufig verursachen Hurrikane, wie z.B. der Hurrikan David (1979), große Schäden.

Grundlagen der Wirtschaft sind der Zuckerrohranbau, der Bergbau und der Tourismus. Gerade letzterer schlägt in der Bilanz schwer zu Buche, denn die Dominikanische Republik hat sich in den vergangenen Jahren zum Mallorca in der Karibik entwickelt. Die Wirtschaft ist aber nach wie vor auf den Export landwirtschaftlicher Güter konzentriert. 83% der landwirtschaftlichen Betriebe verfügen aber nur über Anbauflächen unter 6,3 Hektar, die oft gerade zur Subsästenzwirtschaft ausreicht. Großgrundbesitz herrscht in den Tieflandgebieten vor. Weiterhin wird auch Kaffee, Baumwolle, Kakao und Tabak; zur Eigenversorgung angebaut: Reis, Bohnen, Kartoffeln, Mais, Bananen; Tierische Erzeugnisse: Rind- und Schweinefleisch, Milchprodukte und Eier werden zum größten Teil importiert.

Vorhandene Bodenschätze werden nur in begrenztem Umfang abgebaut. Bauxit und Nickel gewannen Anfang der siebziger Jahre größere Bedeutung. Die Vorkommen von Edelmetallen wie Gold, Silber und Platin sowie Eisenerz und Salz sind begrenzt. Der industrielle Sektor verarbeitet vor allem die heimischen Rohstoffe, wozu auch die Textilbearbeitung, Zementherstellung und Tabakverarbeitung gehört. 15% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 23% in der Industrie und 62% im Dienstleistungssektor, wozu auch der Tourismussektor gehört.

Karte, die die Dominikanische Republik zeigtDie verkehrstechnische Erschließung ist für ein Entwicklungsland bemerkenswert. Das Straßennetz, das 1998 eine Gesamtlänge von 17362 Kilometern besaß, verbindet alle wichtigen Orte des Landes. Etwa 75% der Straßen sind befestigt. Eisenbahnverbindungen spielen dagegen vergleichsweise eine kleine Rolle. Die Schienenlänge der staatlichen Eisenbahngesellschaft weist lediglich 142 Kilometer auf. Das private Schienennetz umfasst ca. 16000 Kilometer, dient aber ausschließlich dem Transport von Zuckerrohr und Bananen. Von den 15 Häfen sind neun auf den Außenhandel spezialisiert, vier auf den Küstenverkehr und zwei auf den Tourismus. Die wichtigsten Häfen sind Santo Domingo, San Pedro de Macoris, La Romana, sowie Puerto Plata an der Nordküste. Durch den Aufschwung des Tourismus hat der Flugverkehr eine größere Bedeutung erlangt. Zur Zeit gibt es drei wichtige Flughäfen, die hauptsächlich für den Tourismus genutzt werden. Es sind der Flughafen von Puerto Plata im Norden, Punta Cana im Osten und der Flughafen der Hauptstadt - Santo Domingo.

Zur Geschichte des Landes möchte ich nur ein paar Anhaltspunkte erwähnen. Von dem Tag an, an dem Kolumbus die Insel Hispaniola entdeckt hat, bis in das Jahr 1697 war die Insel im Besitz der Spanier, welche die Landessprache einführten, die heute noch als Amtssprache gilt. 1697 wurde durch den Frieden von Rijswijk formell ein Teil Hispaniolas an Frankreich abgetreten, der Saint - Domingue genannt wurde. Der verbleibende spanische Teil hieß Santo Domingo. 1795 trat Spanien offiziell den Teil Santo Domingo an Frankreich ab. 1804 vertrieb General Jean Jacques Dessalines die Franzosen und verkündete die Unabhängigkeit der Insel, die in Haïti umbenannt wurde. Mit militärischer Unterstützung Großbritanniens bezwangen spanische Kreolen 1808/09 die französischen Truppen und unterstellten sich der spanischen Oberhoheit. Damit gehörte  Santo Domingo wieder zu Spanien. 1822 eroberten Streitkräfte Haïtis den unabhängigen Staat, der bis zur erneuten Unabhängigkeitserklärung 1844 unter der Herrschaft des Nachbarlandes blieb. 1844 rief Santo Domingo erneut seine Unabhängigkeit aus und wurde zur Dominikanischen Republik.

Den Namen behielt die Republik bis heute bei, obwohl das Land noch einmal von Haïti angegriffen wurde (1861) und sich der spanischen Kolonialherrschaft unterstellte. Dies führte zu Aufständen im eignen Land. Diese wurden 1863 gewaltsam beendet. Von 1916 bis 1924 eroberten die USA das Land und übernahmen die Exekutive. Danach war das Land bis heute unabhängig. Es gab zwar danach noch einige innerpolitische Aufstände (1962 und 1973. 1965 wurde der Aufstand von 1962 mit Hilfe der USA beendet. 1973 wurde, nach rebellischen Aufständen der Ausnahmezustand über das Land verhängt!)

 

 

Erstellt von:    Sebastian Huber