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Einweihungsfeier der "mobilen Internetklassenzimmer" mit Präsentationsstunde |
Montag, 17.01.2000, ab 10.00 Uhr |
EBE-Zeitung; Augsburger Allg. +Augsb.Allg., AZ, Bild, EBE+SZ eigene Fotos der Veranstaltung |
Ebersberger Zeitung, Nr. 168, S. R2, 24.07.00
Thema des Tages / Serie
Mobile Internet-Klassenzimmer in Markt Schwaben: Die Schüler tun sich leichter als manche Lehrer
Weltweites Agieren in Markt Schwaben
Notebooks sind inzwischen im Franz-Marc-Gymnasium sind trotz gelegentlicher Pannen fester Bestandteil des Unterrichts
Von Carolin Fries
Markt Schwaben Der Unterricht hat längst begonnen, doch noch immer plappern die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b des Markt Schwabener Franz-Marc-Gymnasiums ungehemmt durcheinander. Klasslehrer Martin Lange schenkt dem Stimmengewirr keine Bedeutung. Er befasst sich gerade mit einer ganz anderen Problematik: Dem Computer, genauer gesagt dem Notebook.
"Das ist nicht immer so einfach", sagt er beim Hantieren mit Kabeln und Stöpseln, und im selben Moment ist er auch schon wieder beider Tür hinaus. "Wir brauchen noch ein Verlängerungskabel", ruft Tobias Neumeier, der heute gemeinsam mit "Matthias Hunecker ein Referat halten soll. Thema: Internet. Dass man dabei nicht auf die allgegenwärtige, multimediale Realität verzichten kann, ist doch klar. Und dass es bei der Nutzung der sogenannten "mobilen Internet-Klassenzimmer", über die das Schwabener Gymnasium seit einem halben Jahr verfügt, stets zu Verzögerungen kommt, daran hat man sich auch schon gewöhnt.
Schließlich aber können die 13 Jahre alten Schüler in ihrem Referat - mit Fachbegriffen wie "HTML-Code", "Megabyte" oder "Prozessor" um sich werfen. Und für all jene in der Klasse, die nicht übermäßig in Sachen Internet bewandert sind, liefert Matthias Hunecker eine kurze Zusammenfassung: "Das Internet kann einen Haufen Sachen, die nützlich sind." Unter anderem könne die Masse 7b ihre eigene Homepage basteln. Diese Idee stößt bei den Mitschülern auf große Begeisterung, und man macht sich sofort daran, am Bildschirm eine Lehrerrangliste zu entwerfen --natürlich vor einem passenden Hintergrund. Schließlich heißt es "willkommen auf der Homepage der 7b des FMG".
"Das ist auch für mich relativ neu", gesteht Martin Lang nach Unterrichtsschluss. Er versuche, sich Arbeitstechniken nach dem "learning by doing" - Prinzip anzueignen. Er ist der Ansicht, als Lehrer müsse man über ein Grundgerüst verfügen. "Ausbilden kann und muss man die Schüler nicht."
Während ihm der Großteil seiner Kollegen recht gibt, begegnen andere dem mobilen "Internet-Klassenzimmer skeptisch, teilweise geradezu ablehnend. "Bei Latein muss der Schüler es im Kopf haben", verteidigt sich eine Lehrkraft regelrecht. Und eine andere ergänzt. "Beim Abitur hilft auch kein Computer." Cordula Freist, Leiterin des Schwabener Internet-Projekts, kann da nur verständnislos den Kopf schütteln. "Die meisten geben sich jedenfalls Mühe."
Unter anderem die Biologielehrerin Gabriele Langner, die mit der Klasse 6d heute die einheimischen Amphibien bespricht, und zwar mit Hilfe der Notebooks. "Ich habe gehofft, das Internet hat mehr Einfluss auf den Unterricht", sagt sie. Damit nämlich könne man die gängigen Fronten aufbrechen, der allwissende Lehrer steht nicht mehr vorne." Sie versucht mindestens zwei Internet-Projekte in jeder ihrer Klassen durchzuführen.
Die zwölf Jahre alte Nicola Büsse hat derweil die gewünschte Internet-Seite gefunden. Mit Hilfe des Touchpads, der auf dem Notebook integrierten Maus, klickt sie die verschiedenen Links. In Gruppen müssen sie und ihre Mitschüler ein Arbeitsblatt behandeln und dabei wichtige Ergebnisse im Heft festhalten. "Das ist besser als der normale Unterricht", sagt die eifrige Schülerin. Warum? "Weil jeder in seinem eigenen Tempo arbeiten kann."
Auch im Wirtschaftsunterricht der Klasse 9b bei Brigitte Federschmidt. "Www, das heißt weltweites Warten", scherzt sie. Denn bis die Schüler an den Notebooks arbeiten können, dauert es auch hier wieder. Die Schüler befürworten die neue Arbeitsweise. "Wir sollten mehr damit arbeiten", sagt eine Schülerin. Und auf die Frage, ob sie denn wirklich etwas bei dieser Arbeit lerne, antwortet sie: "Nein, das nicht. Aber wir gewöhnen uns an die Arbeit mit dem Computer." Schließlich sei doch die Routine am Computer in der Arbeitswelt gefragt. Das müssen am Schwabener Franz-Marc-Gymnasium nur mehr einige Lehrer einsehen.
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In den "mobilen Internet-Klassenzimmern" des Schwabener Franz-Marc-Gymnasiums dürfen auch die Jüngsten arbeiten. In den meisten Fällen dienen die Notebooks der Recherche. Die Ergebnisse werden handschriftlich in den Heften festgehalten. "jeder kann nach seinem eigenen Tempo arbeiten", freuen sich die Schüler. Allerdings erst, nachdem die tragbaren Computer angeschlossen sind.
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frie/Fotos(3):Endt
Ebersberger Zeitung, Nr. 168, S. R2, 24.07.00
Firma "Intel" sponsert Internet-Projekt
16Notebooks im Rahmen der bundesweiten "D21 1 "-Kampagne
Bis vor einem halben Jahr war das Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben ein ganz normales Gymnasium. Der Lehrer schrieb mit der Kreide auf die Tafel, die Schüler mit dem Füller in die Hefte. Auch heute noch ist das der Fall, zumindest meistens. Manchmal aber, wenn die Schwabener Gebrauch machen von ihren "mobilen Internet-Klassenzimmern", ist nichts mehr, wie es war.Im November vergangenen Jahres war die Firma "Intel" im Rahmen der bundesweiten "D21 "-Initiative auf das Franz-Marc-Gymnasium zugegangen. Die Schulleitung solle sich schnellst möglich entscheiden, ob man sich an diesem Projekt beteiligen wolle. Die Entscheidung lag schließlich bei Cordula Freist und Daniela Robitzsch, die sich bereit erklärten, das Projekt zu leiten. Am 17. Januar lieferte die Firma "Intel" 16 Notebooks, einen Server, einen Scanner, einen Beamer und weiteres Zubehör. "Damit begann ein enormer organisatorischer Aufwand", erinnert sich Franz Moser, der die Systembetreuung übernahm. Wer verwaltet die teueren Geräte, regelt die An und Abgabe? Wer organisiert die Anschlüsse in den einzelnen Klassenzimmern?
Mittlerweile steht die Organisation und das Projekt hat festen Boden unter den Füßen gewonnen. Für manch einen ist es gar nicht mehr weg zu denken. Andere hingegen nehmen das Wort "mobiles Klassenzimmer" noch immer nicht in den Mund.
Cordula Freist hat sich dessen unbeachtet hohe Ziele gesteckt. "Anwenden und umsetzen" sollen Schüler das Internet. Das Wissen um die Funktionalität sei dabei Grundvoraussetzung. !Viele Schüler können mit dem Notebook umgehen, aber beherrschen nicht die Software'' Besonders in der Unterstufe seien im vergangenen Jahr enorme Erfolge zu vermerken "Die Tabellenkalkulation war in vier Unterrichtsstunden abgehandelt. -frie
Anwenden und
Umsetzen: Das Internet nicht nur benutzen, sondern auch verstehen, sollen die Schüler des Schwabener Gymnasiums. Ein im Landkreis Ebersberg einmaliges Projekt das die Firma Intel vor einem halben Jahr ermöglicht hat. frie
Ebersberger Zeitung, Nr. 168, 24.07.00, S. R2
Porträt
Cordula Freist, Masterteacher
"Gehen wir ins Nebenzimmer. Wenn mich jemand sieht, dann muss ich wieder rennen." Cordula Freist, Lehrerin am Markt Schwabener Franz-Marc-Gymnasium ist gestresst. Die Tasche unterm Arm, Bücher und Hefte in der Hand, eilt die 52-Jährige durch das Schulhaus. Erst als die Tür des Nebenzimmers hinter ihr ins Schloss fällt, wird sie ruhiger. Cordula Freist unterrichtet seit 27 Jahren in den Fächern Mathematik und Biologie. Früher versuchte sie in erster Linie ihre pädagogische Aufgabe als Lehrerin zu erfüllen. Auch heute ist das für die zweifache Mutter selbstverständlich. "Aber im multimedialen Zeitalter bin ich offen für alle neuen Arbeitsformen", sagt sie. Und so betrachtet sie das Internet als ein "selbstverständliches Werkzeug".
Dieses möchte sie sowohl ihren Kollegen als auch ihren Schülern schmackhaft machen, und so bot sie sich vor einem halben Jahr an, das Projekt "mobiles InternetKlassenzimmer" gemeinsam mit Daniela Robitzsch zu leiten. Seither hat sie keine ruhige Minute mehr. Die Notebooks sind jeden Tag unterwegs, "gerade, weil sie für kleine Sachen so praktisch sind". Und wo die tragbaren Computer sind, da ist meistens fachmännische Hilfe gefragt.
Seit geraumer Zeit nun sind Cordula Freist und ihre Kollegin sogenannte "Master teacher". Mit diesem Titel haben sie die Befugnis, ihre Kollegen auszubilden. Und zwar im Rahmen der "Schulinternen Lehrerfortbildung zu Telekommunikation und Multimedia" (SchiLF-TeluMM). Die dazu erforderlichen Erkenntnisse haben sich die beiden Frauen selber angeeignet. Nun haben sie einen Plan erstellt, wann und wie sie ihre Kollegen unterrichten wollen. Das geht vom Aufsetzen eines Briefes bis zu graphischen Arbeiten. "94 Prozent der Kollegen sind zu weiteren Fortbildungsmaßnahmen bereit", kann Cordula Freist erfreut feststellen. Unter anderem auch Rektor Gerhard Dittmann.
Die Lehrerin ist gespannt, wie sich dieses Projekt weiter entwickeln wird. "Ich lerne laufend dazu", erklärt sie. Es ist nicht die Ausnahme, dass sie sich von einem Oberstufler etwas erklären lässt. Warum auch nicht?. Ich arbeite gerne mit dem Computer", sagt sie, was gar nicht schwer sei. Viel schwerer sei es, das überzeugend zu vermitteln frie