Studienseminar 2000/2002

Sport/ Englisch am Riemenschneider Gymnasium Würzburg

 Schriftliche Hausarbeit im Fach Sport mit dem Thema:

 Einrichtung und Durchführung einer Neigungsgruppe Inline-Skating im Rahmen des „Sport nach 1“ am Franz-Marc-Gymnasium in Markt Schwaben. Exemplarische Darstellung einer Unterrichtssequenz im Bereich Inline-Hockey mit einer Unter- und Mittelstufengruppe im 1. Schulhalbjahr 2001/2002

  Vorgelegt von StRef Florian v.d. Stemmen

Inhaltsverzeichnis

1.         Einleitung                             

2.         Vorausgehende Überlegungen                          

2.1.     Der Lehrplanbezug des Themas       

2.1.1. Der Lehrplan für das bayerische Gymnasium   

2.1.2. Der Fachlehrplan Sport

2.1.3. Sport nach 1

2.2.     Ziele der Neigungsgruppe

2.3.     Module der Neigungsgruppe

2.3.1. Allgemeine Koordinationsschulung/ Lauftechnik

2.3.2. Inline-Hockey

2.3.3. Skate to Ski

2.3.4. Mögliche Ergänzungen im Sommer

3.         Einrichtung der Neigungsgruppe

3.1.     Organisatorische Vorplanungen

3.1.1. Rekrutierung von Teilnehmern

3.1.2. Belegung der Sporthallen

3.1.3. Ausrüstung und Sicherheit

3.2.     Vorschriften zur Durchführung von Neigungsgruppen

3.2.1. Unterrichtsorganisation

4.         Exemplarische Unterrichtssequenz im Bereich Inline-Hockey

4.1.     Organisatorisches

4.2.     Ziele und Inhalte

4.3.     Ablauf der Übungseinheiten

5.         Diskussion und Ausblick

6.         Erklärung .

7.         Literaturverzeichnis

 

Anhang I:      Langzeitplan

Anhang II:     Übungsauswahl

Anhang III:      Fotogalerie

Anhang IV:     Evaluierungsbogen

Anhang V:      Merkblatt für die Teilnehmer

Anhang VI:     Handzettel

 

1. Einleitung

Mit der Einführung des neuen Fachlehrplans Sport im Herbst 1992 wurde die bis dahin gültige Orientierung an Technik und Taktik der Sportarten hin zu einer sportartübergreifenden Philosophie des Sportunterrichts verschoben. Nun sollen anhand der vier Lernbereiche Gesundheit, Fairness/ Kooperation, Umwelt und dem zentralen Leisten/Spielen/Gestalten auch übergeordnete Ziele im Sportunterricht erreicht werden, ohne freilich die nötige Grundausbildung zu vernachlässigen.

Besonders außerhalb des Basissportunterrichts und des erweiterten Basissportunterrichts (im folgenden nur BSU und EBSU genannt) kann nun verstärkt auf solche sportlichen Aktivitäten eingegangen werden, die im Kanon der traditionellen Sportarten bisher noch keine Rolle gespielt hatten. So sollen zum Beispiel so unterschiedliche Themen und Fähigkeiten wie richtiges und freudvolles Bewegungserleben, Gewandtheit, neue Umwelterfahrungen und Sicherheit im Sport vermittelt werden. Damit trägt der Lehrplan der Tatsache Rechnung, dass zu den bisher bestehenden traditionellen Sportarten immer neue sogenannte Trendsportarten hinzukommen, die sich außerhalb der althergebrachten Bewegungsmuster „bewegen“ und vielleicht sogar gerade deshalb einen großen Zuspruch innerhalb der Sport treibenden Bevölkerung finden. Besonderes schulisches Interesse rufen hier solche Bereiche hervor, die freizeitrelevant und familiengerecht sind und dabei dem Jugendlichen einen Beitrag dazu liefern, seine sportlichen Präferenzen und seine Freizeitgestaltung auf Neues zu lenken, auch und gerade besonders im Hinblick auf die sogenannten Lifetime-Sportarten. Hierzu muss der Sportlehrer natürlich bereit sein, mit einer neuen Ausrichtung der gesellschaftlichen Entwicklung der Zukunft Rechnung zu tragen und solche Sportarten anbieten, die keine punktuellen oder kurzfristigen Trends darstellen, sondern im Gegenteil das Potenzial haben, langfristig einen wichtigen Beitrag für Gesundheit und Freude an der Bewegung zu liefern. Daher darf die Schule „die alltägliche Lebenswelt der Kinder nicht ignorieren. Inline-Skates spielen im Freizeitverhalten von Jugendlichen eine starke und weiter wachsende Rolle. Vieles spricht dafür, dass dies auch nach dem Rückgang der Modewelle so bleibt.“[1]

Das Inline-Skating, das nun schon seit geraumer Zeit einen festen Platz innerhalb der weltweit am meisten ausgeübten Sportarten hat, hat eine erstaunliche Entwicklung hinter und sicherlich auch noch vor sich. Mittlerweile wird die Anzahl der aktiven Inline-Skater in Deutschland auf ca. 7 Millionen geschätzt, was allerdings bisher nur geringe schulische Resonanz gefunden hat. „Nimmt man es aber mit einer lebendigen, lebensnahen Schule ernst und will man dem zunehmenden Interesse der Kinder und Jugendlichen am Inline-Skating gerecht werden, kommt man um eine pädagogische Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht herum.“[2] Inline-Skaten ist für den Schulsport ideal, da man mit dieser Sportart ein breites Spektrum an Inhalten und Zielen für den Sportunterricht abdecken kann, wie man im Folgenden sehen wird.

2. Vorausgehende Überlegungen

In diesem Abschnitt werden  der Lehrplanbezug sowie Ziele und Inhalte der Neigungsgruppe Inline-Skating dargelegt, so wie sie idealtypisch als Konzept erstellt wurden. In der Diskussion am Ende der Arbeit wird auf Abweichungen und Ergänzungen eingegangen, die sich während der Durchführung aus den verschiedensten Gründen ergeben haben. 

Die Freizeitsportart Inline-Skating hat sich mittlerweile fest etabliert, sodass sich, wie auch in anderen Bereichen zu beobachten ist, das technische Niveau erhöht und die Sportart in verschiedene Disziplinen aufgeteilt hat.[3] So gibt es momentan vier große Richtungen, in die das Inline-Skating strebt: Fitness- und Ausdauerskating, Inline-Hockey, Freestyle und Slalom. Im Hinblick auf die Tatsache, dass das Inline-Skating relativ leicht erlernt werden kann und bei den Jugendlichen meiner Zielgruppe bereits Vorerfahrungen und technische Fähigkeiten und Fertigkeiten vorhanden waren, sollte in der Neigungsgruppe kein Anfängerunterricht stattfinden.[4] Im Gegenteil wurden diejenigen Aspekte des Inline-Skatings herausgegriffen, die einerseits die Kinder befähigen, diese auch in ihrer Freizeit sinn- und freudvoll anzuwenden, andererseits aber auch genügend Potenzial bieten, neue Bewegungsformen zu erlernen und sie auf andere Sportarten zu transferieren, um die Gesamtkoordination der Jugendlichen zu verbessern. Allerdings muss man den Freizeitcharakter dieser Sportart berücksichtigen und auf Schülerwünsche Rücksicht nehmen, denn „gerade bei dieser Trendsportart werden die meisten Lehrer in den Hintergrund treten (müssen), die Rolle des Lehrers wird sich zunehmend in Richtung eines Organisators von methodisch abgestimmten Bewegungsgelegenheiten verändern. Diese organisatorische Öffnung der Schule im Sinn einer verstärkten Kooperation muss auch eine inhaltliche Öffnung zur Folge haben...“[5]

Aus diesen Gründen und aufgrund des engen Zeitbudgets während eines Halbjahres fiel die Wahl, zusammen mit einer elementaren fahr- und lauftechnischen Schulung, die Grundlage aller Übungseinheiten war, auf die Bereiche Inline-Hockey und Slalom, im folgenden Skate to Ski genannt. Außerdem wollte ich den Schülern die Möglichkeit bieten, auch etwas „exotischere“ Bereiche des Inline-Skating fernab von „coolem Streetstyle“ und monotonem Ausdauertraining kennen zu lernen, das jeder für sich oder in der Gruppe auch ohne Lehrer im Sommer ausüben kann. Da außerdem der Fachlehrplan für das Inline-Skating gerade überarbeitet und neu orientiert wird, waren die Schüler und ich in der Auswahl der einzelnen Bereiche relativ frei.

Ein weiterer Grund für die obengenannte Auswahl ist in der Tatsache zu finden, dass die Neigungsgruppe im Winterhalbjahr 2001/2002 stattfand. Inline-Skating vermag nämlich auch „andere in Schulen etablierte Sportarten zu bereichern. So werden saisonabhängige Gleichgewichtssportarten wie Eis- und Skilauf im Verbund mit den besonderen (groß-)stadt geeigneten Skates zum Ganzjahres-Gleichgewichtstraining. Zugleich bieten sie eine optimale Vorbereitung für die Wintersportarten.“[6] Daher erschien mir eine Aufnahme der Disziplinen Fitness/Ausdauer und Freestyle[7] als nicht sinnvoll, da hierzu Einrichtungen im Freien oder zumindest im näheren Umfeld aufgesucht hätten werden müssen, die im Winter nicht zur Verfügung stehen.  

2.1. Lehrplanbezug des Themas

2.1.1. Der Lehrplan für das bayerische Gymnasium

Bereits auf der ersten Ebene des Lehrplans für das bayerische Gymnasium ist ein Bezug zum Thema erkennbar. In der Mittelstufe sollen die Schüler verstärkt zur Gestaltung des Unterrichts beitragen und mehr Selbständigkeit entwickeln.[8] Dies gilt insbesondere auch für die Gestaltung ihrer individuellen Freizeit. Hier kann die Neigungsgruppe Inline-Skating den Schülern Anregungen für eine sinnvolle und verantwortungsbewusste Freizeitgestaltung geben. Darüber hinaus kann durch gruppendynamische Prozesse eine Gemeinschaft entstehen, die sich auch außerhalb des Unterrichts trifft und zusammen ihren sportlichen Interessen selbständig nachgeht. Eng verknüpft ist hier auch die Prämisse aus der zweiten Ebene des Lehrplans, die eine bewegungsorientierte Freizeitgestaltung anregt. Bewegungsmangel gilt zusammen mit Rauchen, Hypertonie und falscher Ernährung als primärer Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie für Schädigungen am Halte- und Stützapparat der Jugendlichen. „Viele Kinder fallen bei schulärztlichen Untersuchungen mit gravierenden Haltungsschwächen, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Defiziten auf.“[9] Das Inline-Skating kann hier mit seinem großen Gesundheitspotenzial in hohem Maße präventiv und therapeutisch wirken und den Jugendlichen ein Stück weit in Richtung lebenslanges Sporttreiben begleiten.       

2.1.2. Der Fachlehrplan Sport

Im folgenden werde ich mich auf den Lehrplanbezug der von mir ausgewählten Module Inline-Hockey und Skate to Ski beschränken, da mir der Begriff „Inline-Skating“ als zu allgemein und nicht differenziert genug erscheint. Über die nicht im Unterricht behandelten Bereiche Freestyle und Fitness/Ausdauer werde ich nicht weiter eingehen, da dies über den Rahmen der vorliegenden Arbeit hinausgehen würde.

Im Basissportunterricht der Jahrgangsstufen 5 mit 11 sind die Wintersportarten Eislaufen und Skilauf fest verankert.[10] Da dem Inline-Skating sehr ähnliche, teilweise sogar identische Bewegungsmuster und biomechanische Ansatzpunkte zugrunde liegen, muss das Hauptaugenmerk auf einen Bewegungstransfer zwischen den verschiedenen Sportarten gelegt und deren Synergieeffekte ausgenutzt werden. Hier bietet sich für den Sportunterricht die einmalige Chance, den Schülern deutlich zu machen, wie scheinbar unterschiedliche Sportarten auf eine gemeinsame Basis gestellt werden können. Die Schüler können hier sehr gut erkennen, dass man nicht immer eine Disziplin oder Sportart komplett neu erlernen muss, wenn man bereits koordinative Fähigkeiten besitzt, die das Erlernen vermeintlich neuer Bewegungen deutlich einfacher werden lassen. „Hier liegt der Schlüssel zu einer die Breite bewegungsstruktureller Angebote erschließenden und hohe Funktionalität in Sportarten sowie über Sportarten hinweg sichernden Vermittlungsweise.“[11] Dies kann wesentlich zum Abbau von Berührungsängsten mit unbekannten Bewegungen und neuen Sportarten beitragen und letztendlich die Jugendlichen befähigen, mehr Selbstvertrauen für ihren eigenen Körper und somit auch für sich selbst als Individuum zu entwickeln.

Der Lernbereich Leisten/Gestalten/Spielen kann mit den ausgewählten Modulen bestens bedient werden. Leistung besteht hier aus dem Erlernen neuer Techniken und Bewegungen, ohne die das erfolgreiche Absolvieren z.B. eines Geschicklichkeitsparcours oder eines Hockeyspiels nicht möglich ist. Auch das Vergleichen mit anderen, wie es unter Hinzunahme einer Zeitmessung beim Inline-Slalom durchführbar ist, kann in der Neigungsgruppe problemlos erlebt werden. Somit können die Kinder ihr sportliches Handeln an individuell-subjektiven oder an normativ/objektiven Gütekriterien messen und ihre eigene Leistungsfähigkeit einordnen lernen.[12]

„Gestalten wird als die Fähigkeit verstanden, die Bewegungsmöglichkeiten variantenreich und kreativ auszuschöpfen und einzusetzen.“[13] Dazu muss man allerdings über ein gewisses Spektrum an Bewegungsmustern und -erfahrungen verfügen, die wiederum in der vorangeschalteten Sequenz „Allgemeine Koordinationsschulung und Lauftechnik“ erworben werden konnten, in der auch normfreie Bewegungen und neuartige (Fort-) Bewegungsformen wie zum Beispiel verschiedene Slalom- und Handicapvariationen ihren Platz hatten. Umsetzen kann man diese Fähigkeiten besonders gut im Spiel, da nur dadurch die für das Spiel so typischen Situationen wie Überraschungsmomente oder unerwartete Spielzüge entstehen, ohne die ein Sportspiel seinen Eigencharakter nicht entfalten könnte. Gerade im Inline-Hockey, das nach dem Eishockey das schnellste Mannschaftsspiel der Welt sein dürfte, kommt es in hohem Maße darauf an, auf neue Situationen möglichst schnell und kreativ reagieren zu können, um im Anschluss neue Spielzüge erfolgreich zu „gestalten“. In diesem Zusammenhang sei auch noch an den Lernbereich Fairness/ Kooperation hingewiesen, der die Grundlage sowohl für einen geregelten Ablauf der im Unterricht durchgeführten Spiele als auch für ein freundschaftliches Miteinander innerhalb der Neigungsgruppe war. An diesem Punkt wird auch besonders klar, wie sich die einzelnen Lernbereiche überlagern und wie sie miteinander vernetzt sind.

Als letztes spielte der Lernbereich Gesundheit eine zentrale Rolle in der Konzeptionierung der Neigungsgruppe Inline-Skating. Stichwörter wie gesundheitsorientierte Fitnessfaktoren, Bewegungserleben, Kreativität, Körperbewusstsein und Sicherheit stellen ein wichtiges Element des Unterrichts dar und sollen die Schüler hin zu einer gesundheitsorientierten Lebensweise und möglichst auch zu einer sportlich aktiven und freudvollen Freizeitgestaltung führen. Fernziel ist hier eine Anleitung zum lebenslangen Sporttreiben, in das natürlich besonders auch das Fitness-Skating im Amateurbereich fällt, das ich allerdings aus obengenannten Gründen in dieser Neigungsgruppe ausgeklammert habe. 

2.1.3. Sport nach 1

Über den einfachen Lehrplanbezug hinaus ist das Inline-Skating auch im Sportartenkanon des Sport nach 1 fest verankert. Die Gründung dieses Projektes, das im Jahr 1991 vom Bayerischen Kultusministerium und vom Bayerischen Landes-Sportverband ins Leben gerufen wurde, hat vor allen Dingen eine regelmäßige sportliche Beteiligung und ein lebenslanges Sporttreiben der Jugendlichen zum Ziel.[14] Den Jugendlichen sollen  die verschiedenen positiven Wirkungen sportlicher Betätigung aufgezeigt werden:

            - Sport ist die Grundlage einer gesunden Lebensführung

            - Sport ist ein Rezept gegen Bewegungsmangel

            - Sport ist ein Angebot zur sinnvollen Gestaltung der Freizeit

            - Sport ist eine Möglichkeit zum Erleben von Gemeinschaft

            - Sport ist eine Chance zur Selbstverwirklichung[15]

Der Unterricht in den entsprechenden Sportarten wird von ehrenamtlichen Übungsleitern oder Lehrkräften geleitet und findet am Nachmittag statt. Dabei kann auch eine Kooperation mit einem Verein in der Nähe vereinbart werden, dies ist in meinem Fall jedoch nicht geschehen, da in der Schule schon genügend Teilnehmer zur Verfügung standen und Inline-Skating-Vereine im Umkreis nicht vorhanden waren. Ist eine Gründung einer Sportarbeitsgemeinschaft zwischen Schule und Sportverein geplant, so können in der Broschüre „Sport nach 1“ die entsprechenden Vorschriften und Formblätter nachgelesen werden.

Für die Schule und die Schülerinnen ergeben sich durch den Sport nach 1 eine Reihe von Vorteilen: so wird das freiwillige Sportangebot an der Schule erweitert und die Schüler können selbst entscheiden, ob die angebotene Veranstaltung ihren Begabungen und Interessen entspricht. Sie können abseits von Noten und in kleinerem Kreis Gemeinschaft erleben und ihre Freizeit sinnvoll gestalten lernen. Für die Schule ergibt sich durch das zusätzliche Sportangebot ein sportliches Profil und eine Steigerung der Attraktivität.[16] Ein Angebot aller im Rahmen des Sport nach 1 durchgeführten Sportarten ist zusammen mit den entsprechenden Übungsleiterqualifikationen im Anhang VIII auf Seite 55 zu finden. Unter diesen Sportarten ist auch der Rollsport bzw. das Inline-Skating aufgeführt, auf das nun näher eingegangen wird.

2.2. Ziele der Neigungsgruppe

Im Bereich des lauftechnischen Grundlagentrainings sollten vor allem koordinative und grundlegende körperliche Fähigkeiten, wie sie im Fachlehrplan Sport auch für das Eis- und Skilaufen gefordert sind, erlernt und verbessert werden.[17] Generell kann das Inline-Skating als eine junge Variation des „in hohem Maß für Sporthallen, Schulhöfe sowie insgesamt das (groß-) städtische Bewegungsumfeld geeigneten Erlebnis- und Handlungsfeldes Roll-Eis-Skisport“[18] gesehen werden. 

Dasselbe gilt für die Einführung und die Erarbeitung des Inline-Hockey Spiels. Die Dreifachhalle des Franz-Marc-Gymnasiums bietet mit ihrem flächenelastischen Sportboden hierzu einen hervorragenden Untergrund. Darüber hinaus sind die Dimensionen der Halle so großzügig angelegt, dass auch bei größerer Gruppenstärke und höherem Tempo kein Platzmangel entsteht.

Solchermaßen gefestigt in ihrem technischen Vermögen wurde in der dafür relevanten Zeit, also Januar und Februar, das Skifahren im Freien durch ein Slalomtraining in der Halle ergänzt, bei dem die Teilnehmer über Kippstangen aller Art zusätzliche Bewegungsmuster erlernen und festigen sollten. In der Gruppe befanden sich viele in Skiclubs aktive Jugendliche aus Markt Schwaben, für die das Slalomfahren auf Inline-Skates eine hervorragende Ergänzung zum Skifahren auf der Piste oder im Stangenwald bot.

Neben diesem Aspekt des Leistens sollten natürlich auch die weiteren übergeordneten Lernbereiche des Lehrplans, insbesondere Spielen, Fairness/Kooperation und Gesundheit, in den Unterrichtsablauf integriert werden, damit die Jugendlichen sinnvoll und motiviert zu Werke gehen. Hierzu gehört auch, den Schülern Spaß und Freude an der Bewegung auf Inline-Skates zu vermitteln und sie zu befähigen, all die gelernten Fähigkeiten in ihrer Freizeit ausüben und organisieren zu können. 

2.3. Module der Neigungsgruppe

Im Folgenden werden die einzelnen Module der Neigungsgruppe Inline-Skating kurz in ihren Grundzügen vorgestellt. Hierbei wird vor allem auf die Inhalte und die verwendeten Materialien eingegangen, sowie die zeitliche Eingliederung innerhalb des Gesamtkonzepts erläutert. 

2.3.1. Allgemeine Koordinationsschulung/ Lauftechnik

Das erste Modul im Gesamtkonzept der Neigungsgruppe Inline-Skating hatte vor allem die Sicherstellung und Festigung eines grundlegenden Technikniveaus zum Ziel. Da das sichere Beherrschen von bestimmten Basistechniken die Grundlage für die koordinativ anspruchsvolleren Bereiche Inline-Hockey und Skate to Ski darstellt, stand dieses Modul am Anfang des Unterrichts. Anhand verschiedener Technik- und Übungsparcours wurde der Könnensstand der Teilnehmer diagnostiziert und spezifisch auf Bereiche eingegangen, die noch Schwierigkeiten bereiteten. So stellte sich zum Beispiel heraus, dass beim Übersetzen rückwärts noch Nachholbedarf bestand, genauso wie bei diversen Stopptechniken. Im Allgemeinen aber war das läuferische Niveau der Teilnehmer mehr als zufriedenstellend, sodass dieses Modul zeitlich kürzer ausfiel als geplant. Allerdings wurden in den Folgemodulen wiederholt am Stundenanfang oder zwischen einzelnen Übungen Wiederholungssequenzen eingebaut, welche die Schüler am Ende auf beachtlichem technischen Könnensstand absolvierten. Generell konzentrierte sich dieses Modul auf Stopptechniken, das Laufen vorwärts wie rückwärts sowie unterschiedliche Übungen zur Koordinationsverbesserung.

2.3.2. Inline-Hockey

Die Sequenz Inline-Hockey umfasste 6 Doppelstunden, die unmittelbar an die allgemeine Koordinationsschulung anknüpften. Hier galt es vor allem, das Stockhandling auf die bereits vorhandenen Bewegungsmuster des Laufens aufzuschalten und die Schüler in das Inline-Hockey Spiel einzuführen. Dies stellte die Teilnehmer vor einige Probleme: sie mussten, wie auch eine Inline-Schülergruppe in Hannover feststellte, nicht nur „lernen, eine Situation blitzschnell zu erfassen und ihr eigenes Skaten darauf abzustellen“, sondern sie mussten auch „ihr Fahren und die Handhabung des Schlägers während des Fahrens aufeinander abstimmen. Bei all diesen Aktionen musste stets auf die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts geachtet werden, um Stürze zu vermeiden.“[19]

Die ersten drei Übungseinheiten hatten deshalb fast ausschließlich den Umgang mit Stock und Ball im Stand und im Lauf als zentralen Unterrichtsgegenstand. Nach und nach wurde dann dazu übergegangen, die erlernten Fähigkeiten in höherem Tempo auszuführen und zusätzlich anspruchsvollere Bewegungen wie zum Beispiel das Passen mit seinen verschiedenen Technikformen hinzuzufügen. Gleichzeitig stand die Spielfähigkeit im Vordergrund, die in jeder Doppelstunde ausgehend vom Spiel 2:2 zum Spiel 5:5 und somit auf das ganze Feld weiterentwickelt wurde, wobei auch verschiedene einfache Angriffs- und Abwehrformationen auf dem Programm standen. Auf weitere spieltaktische Besonderheiten wurde nur am Rand verwiesen, um die Schüler mit derart komplexen Aufgabenstellungen nicht zu überfordern.   

2.3.3. Skate to Ski

Schwerpunkt im Modul Skate to Ski sollte das Erlernen des Slalomfahrens auf Inline-Skates sein. Darüber hinaus wurde denjenigen Jugendlichen, die als Skifahrer aktiv am Renngeschehen teilnehmen[20], die Gelegenheit gegeben, über das Slalomfahren auf Inline-Skates ihre Trainingseinheiten auf Ski zu ergänzen und zu vervollkommnen. Am Beginn der Sequenz standen einführende Übungen, um die Schüler mit der neuen Bewegungsaufgabe und dem dazugehörigen Material vertraut zu machen. Nach der Vorstellung insbesondere der Kippstangen, die jedoch in den ersten beiden Unterrichtseinheiten noch nicht verwendet wurden, fand zuerst eine allgemeine Schulung zum Fahren in eingegrenzten Räumen bzw. in Korridoren und eine für das Slalomfahren unerlässliche Rhythmisierung der Schwungfolge statt. Dies wurde anhand verschieden großer Pylonen und über Musik erreicht. Daran schloss sich eine Übungsfolge zum Kurvenfahren mit verschieden großen Radien an, bevor erste Einheiten mit den Kippstangen absolviert wurden.

Abb. 1:

                     kurzer Kniekipper                                   normalgroße Kippstange

Hierbei wurden zuerst sogenannte Kniekipper verwendet (s. Abb. 1), um den Schwerpunkt auf Aktionen unterhalb der Hüfte zu verlagern und das korrekte Passieren der Stange auf kürzestem Weg zu schulen. Im Anschluss daran wurde in einer der nächsten Doppelstunden auf die normalen Kippstangen (s. Abb. 1) übergegangen, um die gängige Kippstangentechnik zu trainieren. Durch Variationen der Kurssetzung und der Geschwindigkeit wurden permanent andere Verhältnisse geschaffen, um ein Höchstmaß an Abwechslung und Laufrhythmen für die Schüler zu sichern. Ergänzt wurden diese Einheiten noch durch die Analyse einer mit Kollegen bereits im Vorfeld erstellten Videosequenz über das Kurven- und Slalomfahren sowohl mit Ski als auch mit Inline-Skates (s. Anhang XI auf Seite 60).

In den letzten beiden Doppelstunden wurde abschließend ein kleiner Wettbewerb durchgeführt, der in Form eines Slaloms in vier Durchgängen stattfand.  

2.3.4. Mögliche Ergänzungen im Sommer

Ergänzend zu den oben beschriebenen Modulen des Inline-Skating könnten im zweiten Schulhalbjahr auch Wettkämpfe besucht werden, wie sie mittlerweile zahlreich stattfinden. So veranstaltet der DSV schon seit mehreren Jahren eine Inline-Slalom Serie im Freien mit den gleichen Kippstangen, wie sie auch in der Neigungsgruppe verwendet wurden. Inline-Hockey Turniere gibt es mittlerweile auch in jeder größeren Stadt, zu denen man auch keine größeren Strecken zurücklegen müsste. Wettbewerbe solcher Art, deren Atmosphäre aus eigener Erfahrung durch viel Spaß und gute Stimmung gekennzeichnet ist, wären ein Höhepunkt innerhalb eines Inline-Skate Kurses. Natürlich könnten auch andere Inhalte angeboten werden, die dann vorwiegend im Freien stattfinden würden. So wäre zum Beispiel bei einem Übergewicht an konditionell starken oder interessierten Teilnehmern auch ein Ausdauertraining auf Radwegen möglich, wobei hier natürlich die Witterungsbedingungen eine große Rolle spielen. Des weiteren wäre eine Freestyle-Sequenz denkbar, die in verschiedenen Einrichtungen in der Nähe von Markt Schwaben durchgeführt werden könnte. Allerdings muss hier auf die Verletzungsproblematik verstärkt eingegangen werden. Es wäre also durchaus im Rahmen des Möglichen, ein ganzes Jahr lang die Neigungsgruppe Inline-Skating mit verschiedenen Inhalten zu füllen, die man je nach Gruppenzusammensetzung und Jahreszeit aufeinander abstimmen kann.    

3. Einrichtung der Neigungsgruppe

Bei der Einrichtung einer Neigungsgruppe sind abhängig von der jeweiligen Sportart bestimmte Vorüberlegungen und Vorplanungen notwendig, um zu Beginn des eigentlichen Unterrichts einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, nach der Entscheidung zur Durchführung des Kurses möglichst schnell und umfassend die betreffenden Richtlinien durchzuarbeiten und mit der Schule das geplante Projekt durchzusprechen.

3.1. Organisatorische Vorplanungen  

Als erster Schritt ist die generelle Erlaubnis der Schule einzuholen, die Neigungsgruppe im gewünschten Rahmen durchführen zu dürfen. Hierbei kann empfohlen werden, bei den ersten Sondierungsgesprächen mit dem Schulleiter bereits ein fertiges Grobkonzept des Projekts vorzulegen, um Fakten zu schaffen und die eigenen Argumente zu unterstützen. So kann zum Beispiel bereits im Vorfeld bei der entsprechenden Firma, die für den Hallenboden zuständig ist, in Erfahrung gebracht werden, inwieweit dieser für den Rollsport geeignet ist und welche besonderen Maßnahmen zur Vorsicht und zum Schutz getroffen werden müssen (s. Anhang IX auf Seite 56ff).[21] Bedenken auf Seiten der Schulleitung können auf diese Weise relativ einfach aus dem Weg geräumt werden.

Nach erfolgter Zustimmung ist unbedingt mit der Fachschaft Sport abzuklären, inwieweit die Neigungsgruppe bereits bestehende Sportprojekte an der Schule ergänzt oder beeinträchtigt. Der Unterstützung der Kollegen beim Aufbau einer neuen Sportart im Fächerkanon des Sportunterrichts sollte man sich schon deshalb versichern, um nicht ständig Energie für die Durchsetzung der eigenen Interessen gegen Widerstände im Kollegenkreis aufwenden zu müssen. Im vorliegenden Fall verlief die Kommunikation mit der Fachschaft und dem Betreuungslehrer völlig problemlos. Tauchen doch einmal unerwartete Schwierigkeiten auf, so sollte man sich bemühen, mit Sachargumenten die Kollegen vom Nutzen und den Möglichkeiten einer neuen Sportart zu überzeugen.

3.1.1. Rekrutierung von Teilnehmern

Als nächstes sollte man sich um die Rekrutierung der Teilnehmer kümmern. Diese müssen über die Inhalte, den zeitlichen Umfang und den voraussichtlichen Ablauf der Neigungsgruppe genauestens informiert werden, um ihre Entscheidung zur Teilnahme auf ein solides Fundament zu stellen. Weckt man im Vorfeld falsche Erwartungen, die im Anschluss nicht eingehalten werden können, tut man sich und den Schülern keinen Gefallen und hat eventuell ständig mit Absenzen zu kämpfen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung, in der man sein Projekt vorstellt und die Schüler auf die wichtigsten Punkte hinweist, kann man auch ungefähr abschätzen, wie groß Erwartungshorizont und Teilnahmebereitschaft auf Schülerseite sind. Aus eigener Erfahrung empfiehlt es sich, diese Informationsveranstaltungen gegen Ende des vorausgehenden Schuljahres innerhalb der ersten sechs Unterrichtsstunden während des normalen Schulbetriebs durchzuführen. Der erste von mir angebotene Termin zur Einführung in die Thematik um 14.00 Uhr, also zu Beginn des Nachmittagsunterrichts, wurde nur von wenigen Schülern wahrgenommen. Die meisten anderen, die dann zum zweiten Treffpunkt in der zweiten Pause eines anderen Tages erschienen, waren bereits nach Hause gegangen und konnten durch den Nachmittagstermin nicht zum Bleiben motiviert werden.

Der Anstieg der Teilnehmerzahl bei Termin 2 war auch auf die verbesserte Informationslage auf Seiten der Schülerschaft zurückzuführen. Vor dem ersten Treffen fand lediglich am Vortag eine Durchsage des Sekretariats statt, die auf die Veranstaltung am folgenden Nachmittag hinwies. Dies war anscheinend zu wenig, um genügend Schüler zu erreichen. Deswegen wurden in Eigenregie ca. eine Woche vor dem zweiten Termin 20 Plakate angefertigt, die auf das Meeting und die verschiedenen Module der Neigungsgruppe verwiesen und die über die ganze Schule verteilt an exponierten Orten, u.a. an sämtlichen Eingangstüren, aufgehängt wurden (s. Anhang VII auf Seite 54). Des weiteren fanden im Vorfeld mehrere Durchsagen an verschiedenen Tagen statt, die noch einmal den genauen Termin der Informationsveranstaltung bekannt gaben. Darüber hinaus wurden in sämtlichen Jahrgangsstufen der Unter- und Mittelstufe von mir und meinen Kollegen Handzettel (s. Anhang VI auf Seite 53) an jeden Schüler verteilt, damit auch wirklich alle Informationslücken geschlossen werden. Im nachhinein erscheint mir die Informationspolitik in Bezug auf ein solches Projekt als entscheidend im Hinblick auf eine genügend große Gruppenstärke der durchzuführenden Neigungsgruppe.

Die Informationsveranstaltung sollte man auch dahin nützen, um mit den Schülern den Termin für den eigentlichen Unterricht abzuklären. Ein aus eigenem Interesse durchgedrückter Termin, der nicht auch die Schülerwünsche berücksichtigt, hilft hier nicht weiter. Man sollte sich bemühen, zumindest zwei potenzielle Nachmittage zu vereinbaren, damit man im Anschluss flexibler reagieren kann, wenn die Sporthalle zur gewünschten Zeit belegt ist. Im übrigen sollte man bereits im Vorfeld klären, ob überhaupt Kapazitäten in der betreffenden Sporthalle frei sind oder ob man auf andere Einrichtungen zurückgreifen muss.

3.1.2. Belegung der Sporthallen

Nachdem nun die Zeiten feststehen, an denen Schüler wie Lehrer die Neigungsgruppe durchführen wollen, ist der nächste Schritt die Festlegung der Unterrichtszeit sowohl was den Umfang als auch den Termin betrifft. Hierzu muss mit dem entsprechenden Kollegen, in meinem Fall der Fachschaftsleiter Sport, der endgültige Hallentermin fixiert und die definitive Teilnehmeranzahl bekannt gegeben werden, damit auch für die Kollegen ersichtlich ist, wann die Neigungsgruppe Inline-Skating ihren Betrieb aufnimmt und welche Zeiten damit blockiert sind.

Das oben erwähnte Prozedere sollte wenn möglich bereits zu Ende des vorausgehenden Schuljahres durchgeführt werden, um für die kommenden Aufgaben Planungssicherheit zu besitzen. Außerdem kann auf etwaige Änderungen noch genügend schnell reagiert werden. Die Schüler haben ferner den Vorteil, ihre Freizeitaktivitäten im kommenden Schuljahr bereits im Vorfeld auf die Verpflichtung in der Neigungsgruppe abzustimmen.    

3.1.3. Ausrüstung und Sicherheit

Eine frühe Planung ermöglicht auch eine rechtzeitige Sicherstellung und Komplettierung der benötigten Ausrüstung. Sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite können während der Informationsveranstaltung die bereits vorhandenen sowie die noch fehlenden Ausrüstungsgegenstände festgestellt werden. Hier gab es noch einigen Nachholbedarf, besonders was die Sicherheit anbelangte: es stellte sich heraus, dass nur etwa einem Drittel der Schüler eine komplette Schutzausrüstung zur Verfügung stand. Da jedoch die Teilnahme an der Neigungsgruppe nur mit Helm, Hand-, Ellbogen- und Knieschonern erlaubt war, konnten sich die betreffenden Schüler über die Sommerferien noch mit den notwendigen Utensilien versorgen. Im übrigen muss während des Verlaufs der Unterrichtseinheiten penibel darauf geachtet werden, dass zu jeder Zeit immer alle Ausrüstungsgegenstände auch getragen werden. Mit der Ankündigung, bei fehlender oder defizitärer Schutzausrüstung sei keine Teilnahme am Unterricht möglich, gelang es mir allerdings, dieses Problem relativ schnell in den Griff zu bekommen und die Schüler zum Tragen ihrer Schoner zu „motivieren“.[22]

Bei den in der Neigungsgruppe verwendeten Skates ist es wichtig, dass diese für die Halle geeignete Rollen aufweisen, die nicht abfärbend sind (was bei der überwiegenden Anzahl herkömmlicher Skates der Fall ist). Unter keinen Umständen dürfen schwarze Rollen verwendet werden, auch stellte sich heraus, dass Rollen mit geringerem Härtegrad als 80 A transparente Spuren auf dem Hallenboden hinterlassen, die bei der Reinigung allerdings problemlos wieder verschwinden.[23]

Nach Festlegung der verschiedenen Module stand auch für mich eine Materialbeschaffung an. So mussten Tore[24] für das Inline-Hockey beschafft werden, die letztendlich in Eigenregie hergestellt wurden, da sich in den Turnhallen keine geeigneten Geräte anboten. Die zum Inline-Hockey notwendigen Schläger wurden von fast jedem Teilnehmer selbst mitgebracht und von mir noch mit einigen gebrauchten Schlägern ergänzt, die mir vom benachbarten Eishockeyverein, den Erding Jets, zum Nulltarif überlassen wurden. Da nicht genügend Inline-Hockey Bälle zur Verfügung standen, wurden während der Technikübungen Tennisbälle verwendet, die zwar den Nachteil haben, vom Schläger und vom Boden wegzuspringen, aber weich genug sind, um das Verletzungsrisiko erheblich zu reduzieren. Im Spiel hingegen ist ein springender Ball auf Dauer kontraproduktiv, da die Schüler immer nach dem Ball schlagen, auch wenn dieser in der Luft ist und somit den Schläger in gefährlicher Weise einsetzen. Deshalb wurde im Spiel ein Street-Hockey Ball verwendet, der mit Flüssigkeit gefüllt war und sich durch ein äußerst geringes Sprungvermögen auszeichnete (sog. low rebounce ball).

Bei allen Modulen, besonders aber bei der Hockey-Einheit, ist es von größter Wichtigkeit, die in der Halle befindlichen Gefahrenstellen abzusichern. Am gefährlichsten erwiesen sich in meinem Fall die auf einer Stirnseite der Halle befindlichen Sprossenwände. Bei den teilweise höheren Tempi der Skater könnten die prominenten Wände sowohl für Skate als auch für Schläger ein unerwartetes Hindernis darstellen. Deshalb wurden vor jeder Stunde im hinteren Torbereich Weichbodenmatten und daneben über die ganze Front Turnmatten aufgestellt, um dieses Risiko auszuschließen.  

Die für die Skate to Ski-Einheit benötigten Kippstangen in verschiedenen Längen wurden mir von einem befreundeten Lehrteammitglied des Deutschen Skilehrerverbandes ebenfalls kostenlos leihweise zur Verfügung gestellt.

Während der grundlegenden lauf- und fahrtechnischen Sequenz zu Beginn der Neigungsgruppe wurden ausschließlich Gegenstände aus den Geräteräumen der Sporthalle verwendet. Hier bot sich ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Geräten und Bällen an, die für unzählige Übungsvariationen verwendet werden konnten.   

3.2. Vorschriften zur Durchführung von Neigungsgruppen

Im Folgenden werde ich die meines Erachtens wichtigsten Vorgaben des Kultusministeriums zur Durchführung einer Neigungsgruppe beschreiben. Vorausgeschickt werden muss die Tatsache, dass der Unterricht im Inline-Skating zwar den Titel Neigungsgruppe trug, de facto im organisatorischen aber wie eine Sportart im Differenzierten Sportunterricht behandelt wurde, zumal der Rollsport im Sportartenkanon des DSU bereits verankert ist. Die Veranstaltung lief auch deswegen unter dem Begriff Neigungsgruppe, weil zum einen meine Anzahl an maximalen für einen Referendar zu unterrichtenden Stunden mit 16 bereits erfüllt war und zum anderen für zwei weitere offizielle Stunden DSU im Stundenbudget der Schule kein Platz mehr war. Deshalb fand die Veranstaltung auch auf meine freiwillige Initiative hin statt und ohne finanzielle Entschädigung. Rein rechtlich musste allerdings der Rahmen des Differenzierten Sportunterrichts eingehalten werden, weswegen ich auch die dafür geltenden Vorschriften zur Grundlage für die Planung und Durchführung meines Unterrichts gemacht habe. Alle hierfür geltenden Vorschriften sind dem Band von Wutz/ Vorleuter Schulsport – Vorschriften, Empfehlungen und Unterrichtshilfen für den Sportunterricht und außerunterrichtlichen Schulsport aus der Carl Link Vorschriftenreihe entnommen.

3.2.1. Unterrichtsorganisation

Im Bereich Unterrichtsorganisation sind unter anderem folgende Regeln von großer Bedeutung:

-           der Leiter der Interessengruppe muss in der betreffenden Sportart ausgebildet und geprüft sein.

-           die Mindestzahl von 12 Teilnehmern darf gemäß Schulordnung keinesfalls unterschritten werden.

-           die regelmäßige Teilnahme der Schüler ist durch Anwesenheitskontrollen gemäß Schulordnung wie im Basissportunterricht zu überprüfen.

-           die für die Durchführung der jeweiligen Sportart erforderlichen Geräte, Ausrüstungsgegenstände sowie Sportstätten in Schulnähe müssen vorhanden sein.[25]

Eine Übersicht über bereits bestehende Sportarten innerhalb der Fachlehrpläne und des DSU ist im folgenden aufgeführt:

Alpiner Skilauf                                      Hockey                                                Segeln

Badminton                                           Judo                                                    Selbstverteidigung

Basketball                                            Kanu                                                   Skilanglauf       

Bewegungskünste                                Leichtathletik                                        Tanz

Eishockey                                            Radsport                                              Tennis

Eiskunstlauf/ Eistanz                            Rettungsschwimmen (Hauptschule)        Tischtennis

Eisschnelllauf                                       Rhythmische Sportgymnastik                Volleyball

Gesundheitsorientierte Fitness               Ringen             

Fußball                                                Rodeln

Gerätturnen                                          Rudern

Handball                                              Schwimmen

Darüber hinaus werden noch folgende Sportarten mit Sondergenehmigung angeboten:

Aikido                                                  Bogenschießen                                    Faustball

Fechten                                               Golf                                                     Karate

Reiten (in Erprobung)                            Rollsport                                              Schnorcheltauchen

Sportklettern                                        Squash (in Erprobung)                           Stockschießen

Taekwondo                                          Triathlon

Im allgemeinen gelten sämtliche Regeln, die für die Durchführung des BSU und des EBSU notwendig sind, auch für den DSU. Allerdings kann es nicht Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein, dies hier auszuführen.[26] Für ein Studium der Vorschriften en Detail sei an das oben genannte Werk verwiesen.

4. Exemplarische Unterrichtssequenz im Bereich Inline-Hockey

Der Bereich Inline-Hockey nahm mit dem Modul Skate to Ski einen zentralen Platz innerhalb der Neigungsgruppe ein. Anhand dieser Unterrichtssequenz möchte ich meine allgemeine Planung für die anderen Inline-Skating Bereiche veranschaulichen.

4.1. Organisatorisches

Das Modul Inline-Hockey sollte nach einigen Doppelstunden, in denen vor allem allgemeine Koordinationsschulung betrieben wurde, noch vor Weihnachten durchgeführt werden. Die Dauer war auf sechs Doppelstunden angesetzt, um einen ausreichenden Lernerfolg garantieren zu können. Um Inline-Hockey spielen zu können, müssen verschiedene Gegebenheiten erfüllt werden, ohne die ein geregelter Übungsbetrieb nicht möglich ist. Als erstes muss sichergestellt sein, dass alle Teilnehmer über eine intakte und komplette Schutzausrüstung verfügen. Bei dem bisweilen recht hohen Tempo, das besonders beim Spiel im Kampf um den Ball zwangsläufig entsteht, müssen die Schüler ausreichend geschützt sein. Wie oben bereits erwähnt, war eine Teilnahme ohne Schützer und Schoner strikt untersagt, optional wurde auch das Tragen von Schienbeinschonern angeraten. Die Beschaffung von Spielgeräten wie Schläger und Bälle ist weiter oben bereits beschrieben. Ein weiterer Punkt für ein möglichst effektives Training und Spiel ist die richtige Hallengröße. Hier wurden schon im vergangenen Schuljahr Schritte unternommen, um nicht nur ein Drittel, sondern die komplette Dreifachhalle zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dies ist auch wichtig in Bezug auf eine körperliche Auslastung der Schüler, da in einer größeren Halle wesentlich mehr Laufwege absolviert werden müssen und somit der gesundheitliche Aspekt stärker in den Vordergrund tritt.[27] Auf die abfärbenden Rollen ist oben bereits hingewiesen worden, allerdings müssen auch die Hockeyschläger genauestens inspiziert werden, um eventuelle Abfärbungen auf den Hallenboden von vorneherein auszuschließen. Da die Hersteller gewöhnlich keine Angaben  zum Abfärbeverhalten von Schlägern machen, empfiehlt sich entweder ein Test vor Ort oder aber, wie in meinem Fall geschehen, ein Abkleben der Schlägerunterseite mit einem entsprechenden Tape. In den Folgestunden ist dann allerdings darauf zu achten, dass die Schläger regelmäßig auf Verschleiß untersucht werden und gegebenenfalls das Tape erneuert wird. Das gleiche gilt im übrigen für die Bremsgummis der Inline-Skates, die allerdings in den meisten Fällen komplett abmontiert werden können. 

Um einen möglichst effektiven Übungsbetrieb zu gewährleisten, sollten alle Teilnehmer inklusive der Lehrkraft mindestens 10 Minuten vor dem eigentlichen Stundenbeginn anwesend sein, um die Ausrüstung anlegen und die nötigen Gerätschaften herrichten zu können. Da die Neigungsgruppe nach der Mittagspause um 14.00 Uhr begann, war die Halle bereits leer und man konnte schon etwas früher hinein. In meinem Fall führte das zu keinerlei Problemen, da die Schüler sehr motiviert waren und vor allen Dingen wenig Verzögerung entstehen lassen wollten, um die Spielzeit nicht einzuschränken.

4.2. Ziele und Inhalte

Anhand eines Auszuges (s. Tabelle 1 auf Seite 20) aus dem für ein Halbjahr konzipierten Langzeitplan (s. Anhang I auf Seite 34) möchte ich kurz die Ziele und Inhalte der Hockey-Sequenz darstellen. Da fast alle Schüler über kaum oder wenig Vorerfahrung mit dem Inline-Hockey verfügten, wurde an den Beginn der Sequenz die Vorstellung der Ausrüstung und der wichtigsten Regeln gestellt. Von größter Wichtigkeit war hierbei auch, dass man die in den ersten Stunden behandelten Themen zur Sicherheit und zur richtigen Sturztechnik noch einmal anspricht und auf das Inline-Hockey überträgt. Besonders der richtige Umgang mit dem Hockeyschläger und die Gefahren, die bei unsachgemäßer Behandlung davon ausgehen, können nicht oft genug ins Bewusstsein der Schüler gerufen werden.  

Tabelle 1:

1. Einheit

Warm-up: Grundtechniken des Laufens/ 

                 Koordinationsschulung

Einführung in das Inline-Hockey

- Vorstellung der Disziplin/ Ausrüstung

- Grundlegende Sicherheitshinweise für Lauftech-

  nik/ Sturztechnik/ Stockhandling

- erste Schritte mit Schläger und Skates

- einfache Übungen zum Ballhandling und 

  Passen

- Vorstellung der Regeln

- Spiel 2:2 auf drei verschiedenen Feldern

Cool down

Inline-Hockey

2. Einheit

Warm-up: Grundtechniken des Laufens/

                 Koordinationsschulung

Inline-Hockey: Ballhandling

- Verbesserung der Lauf- und Stocktechnik

- Passen im Stand/ im Lauf

- Verbesserung der Spielfähigkeit (2:2)

Cool down

Inline-Hockey

Der Spielgedanke beim Inline-Hockey konnte problemlos vom Eishockey übernommen werden, das die meisten Teilnehmer aus dem Fernsehen kannten oder als Fans der München Barons sogar schon live miterlebt hatten. Die eigentliche Schwierigkeit beim Inline-Hockey gegenüber dem herkömmlichen Laufen auf Inline-Skates besteht in der Bewegungskopplung von Arm- und Beinaktionen sowie in der Modifizierung der Bremstechnik. Wie beim Eishockey stellte sich auch beim Inline-Hockey heraus, dass gute Läufer nicht notwendigerweise auch gute Hockeyspieler sein müssen. Viele haben große Schwierigkeiten, zusätzlich zu den Skates nun auch noch Schläger und Ball kontrollieren zu müssen. Deshalb wurden auf dieser Ebene viele kleine koordinative Übungen eingebaut, die das Gewöhnen an diese neue Anforderung zum Ziel hatten.

Auch der Spielgedanke musste auf diesem Lernniveau noch stark modifiziert werden, denn ein Spiel auf das große Feld (die komplette Dreifachhalle) würde die Schüler in diesem Stadium überfordern. Deshalb wurden mehrere kleine Felder eingerichtet[28] und die Schüler darauf verteilt:

Abbildung 2:

  2:2     2:2   2:2
2:2   2:2     2:2  
  2:2     2:2   2:2

Platzeinteilung bei bis zu 16 Spielern            Platzeinteilung bei mehr als 16 Spielern

Als Ergebnis erhält man sehr bewegungsintensive Spielabschnitte, die den Teilnehmern großen Spaß machten.    

In der zweiten Doppelstunde wurde der Einführungsunterricht fortgesetzt, nun aber mit verstärktem Schwerpunkt auf Stocktechnik und Ballhandling. Haben diese Übungen in der ersten Doppelstunde noch vorwiegend im Stand oder in sehr beschränkter Bewegung stattgefunden, so mussten die Schüler nun in langsamem Tempo kleinere und größere Strecken mit Ball und Schläger zurücklegen und komplexere Übungsformen bewältigen. Auch das Passen mit geschlagenem Pass fand unter schwierigeren Bedingungen statt, weil in Bewegung gepasst werden musste, allerdings auf noch statische Ziele. Im allgemeinen wurde beim Passen nach dem auf der nächsten Seite folgenden methodischen Schema vorgegangen (s. Abbildung 3).

Das Passen wurde dann in der dritten Einheit modifiziert, in der neben verschiedenen Passtechniken und –arten (s. Tabelle 2) das Passen aus der Bewegung auf laufende Mitspieler besonders geübt wurde, eine Fertigkeit, die im Spiel eine zentrale Rolle einnimmt. In der vierten Übungseinheit standen dann die Wiederholung des in den vorherigen Stunden Geübten sowie erste spieltaktische Maßnahmen auf dem Plan.

Abbildung 3:[29]

Da in dieser Stunde zum ersten mal auf das große Feld gespielt wurde, war eine Einführung in Positionen und Laufwege dringend erforderlich. Diese erstreckte sich vor allem auf den grundlegenden Unterschied zwischen Angriffs- und Abwehrblöcken und den daraus resultierenden Positionsaufgaben für jeden Spieler. Da ich mittlerweile auf einen festen Stamm von 15 Teilnehmern verfügen konnte, war die ideale Mannschaftsstärke von 5 Spielern pro Team in fast jeder Stunde gegeben.[30]

Wichtig in diesem Zusammenhang ist das häufige Wechseln der Positionen. Man sollte hier unbedingt darauf achten, dass die Spieler nicht immer dieselbe Position besetzen und deshalb in ihrer Spielweise fixiert sind. Dies mag seine Berechtigung im Profisport haben, im Freizeitbereich ist dies aber eher kontraproduktiv: eine Spezialisierung auf bestimmte Positionen ist aus pädagogischer Sicht nicht erwünscht. Da die Passwege und Laufanforderungen sehr unterschiedlich sind[31] und damit auch die Bewegungsmuster, sollte man den Spielern diese Erfahrungs- und Lernmöglichkeit nicht vorenthalten und sie möglichst vielseitig in das Spielgeschehen einzubinden versuchen.

Tabelle 2:

3. Einheit

Warm-up: kleine Spiele zur Koordinationsverbes-

                 serung

 

Inline-Hockey: Ballhandling, Passen  

                        und Spielfähigkeit

 

- Koordination und Ballhandling

- verschiedene Passarten (gezogen, geschlenzt,

  geschlagen, Flip-Pass)

- Einfache Angriff/ Abwehrformationen

 

Cool down

Inline-Hockey

4. Einheit

Warm-up: kleine Spiele zur Koordinationsverbes- 

                 serung

 

Inline-Hockey: Ballhandling, Passen 

                        und Spielfähigkeit

 

- Ballhandling in schnellerer Bewegung

- Festigung der Passtechniken

- Einüben der Angriffs-/ Abwehrformationen und  

  der dazugehörigen Laufwege

 

Cool down

Inline-Hockey

In den verbleibenden zwei Doppelstunden stand dann die Spielfähigkeit im Mittelpunkt, gepaart mit dem Spiel 1:1 und einigen einfachen Lauf- und Passfinten: 

Tabelle 3:

5. Einheit

Warm-up: Ballspiele zur Koordinationsverbesse-

                 rung

 

Inline-Hockey: Spiel

 

- Ballhandling, 1:1 und einfache Finten

- Wiederholung der Passarten

- Verbesserung der Spielfähigkeit

 

Cool down

Inline-Hockey

Turnierformen

6. Einheit

Warm-up: Laufstaffeln mit und ohne Handicap

 

Inline-Hockey: Spiel

 

- Ballhandling, 1:1 und einfache Finten

- Wiederholung der Passarten

- Verbesserung der Spielfähigkeit

 

Cool down

Inline-Hockey

Turnierformen

Auf eine Einführung in verschiedene Schusstechniken und ein damit verbundenes Training habe ich in der Halle bewusst verzichtet: erstens war ein solches aufgrund der kleinen Tore gar nicht nötig, denn mit Weitschüssen war ein Torerfolg so gut wie unmöglich. Außerdem waren Torschüsse aus der eigenen Hälfte sowieso verboten.

Zweitens wurde mit dieser Maßnahme ein erheblicher Beitrag zur Sicherheit der Spieler geleistet, die ansonsten wohl mit kompletter Hockeymontur hätten antreten müssen. In Spielsituationen, in denen auf das Tor geschossen werden konnte, war als Torschuss nur eine der drei Passtechniken erlaubt. Im übrigen wurde kein einziges mal der Wunsch auf Schülerseite laut, das Schießen einzuführen und verstärkt zu trainieren, wohl auch deshalb, weil es die von mir gewählte Spielanlage mit den kleinen Toren nicht erforderte. Als Abschluss der Hockey-Einheit fand in den letzten beiden Doppelstunden noch ein kleines Turnier statt, um den Wettkampfgedanken einzubringen und einen zusätzlichen motivationalen Anreiz zu schaffen.    

4.3. Ablauf der Übungseinheiten

Nach der obligatorischen Vorbereitungs- oder Aufwärmphase, welche die Schüler in den nötigen Aggregatszustand versetzen sollte, wurde zu Beginn aller Übungseinheiten ein läuferisches Grundlagenprogramm mit vielen koordinativen Aufgaben abgehalten. Der Stundenanfang stand somit immer im Zeichen der Grundtechniken des Laufens und eines damit verbundenen Koordinationstrainings. Hierbei wurde versucht, in überwiegend spielerischer Form die Techniken der Teilnehmer zu verbessern und Spaß am Gleiten auf Rollen zu vermitteln. Dieser Abschnitt fand teilweise mit, teilweise ohne Schläger statt und stand über die Lauftechnik und über das allgemeine Koordinationsvermögen mit den folgenden Inhalten der Inline Hockey Stunden in Verbindung, sodass fließend auf den Hauptteil übergeleitet werden konnte. Eine Übungsauswahl zu diesen Inhalten ist im Anhang II auf Seite 37ff zu finden.

An die Aufwärmphase schloss sich der Hauptteil der Stunde mit den jeweiligen Schwerpunkten an. Wie oben bereits beschrieben, wurde zuerst versucht, die Lauftechnik mit Schläger und dann die dazugehörige Stocktechnik zu schulen, da beides aufeinander aufbaut. Zentrale Grundfertigkeit beim Hockey ist das Laufen, worauf natürlich immer wieder verstärkt eingegangen wurde. Da die Lauftechnik bei den Schülern relativ schnell Fortschritte machte, konnte bald auf das Verbessern der Stocktechnik und der Koordination Arm-Bein bzw. Stock und Skate eingegangen werden. Dies bereitete den Schülern erwartungsgemäß die meisten Schwierigkeiten, doch war auch hier ein großer Lernzuwachs zu verzeichnen, was meiner Meinung nach nicht so schnell zu erwarten war. Dies lag vielleicht auch daran, dass das Passen und das Ballhandling immer wieder und auch sehr konzentriert geübt wurde. Auch zu diesen Stundeninhalten findet sich im Anhang II auf Seite 42ff eine entsprechende Übungsauswahl.

Nach diesen Technikeinheiten stand im letzten Stundendrittel fast immer ein Abschlussspiel auf dem Programm, das ausnahmslos mit großem Einsatz geführt wurde. Obwohl teilweise die technischen Fertigkeiten ein geregeltes Spiel, besonders zu Beginn, eigentlich nicht erlaubten, wurde dieses Manko durch eine herausragende Einstellung wettgemacht. Hier war schön zu sehen, zu welchem Einsatz Jugendliche fähig sind, wenn die entsprechende Motivation vorhanden ist. Am Ende der Stunde musste ich immer große Überzeugungsarbeit leisten, um in den letzten meist fünf Minuten mein Cool-down Programm unterbringen zu können, da alle Schüler noch weiterspielen wollten. Meistens wurde am Ende aber doch die Notwendigkeit des Auslaufens und eines optionalen Stretchings eingesehen, auch wenn dies auf Kosten der Spielzeit geschah.

5. Diskussion und Ausblick

Abschließend möchte ich meine Erfahrungen mit der Neigungsgruppe Inline-Skating darlegen, welche zum Großteil sehr positiv waren. Allerdings gab es aus meiner Sicht auf kleinere Kritikpunkte: so bleiben zum Beispiel beim Fahren in der Halle entgegen den Beteuerungen der Hersteller durchaus Rückstände durch Rollenabrieb sichtbar. Je intensiver die Belastungen, desto mehr Abrieb, was besonders nach den Hockeyeinheiten und nach dem mehrmaligen Durchfahren desselben Slalomparcours ein kleines Problem darstellte. Allerdings waren diese Spuren nach einigen Tagen bzw. nach dem maschinellen Säubern des Hallenbodens, welches zweimal in der Woche stattfand, völlig verschwunden. Die Bedenken des Hallenwarts konnten aber trotz vorliegender Genehmigung des Inline-Skatings durch das Landratsamt nicht vollständig ausgeräumt werden, was einen ständigen Unruheherd darstellte. Bei der Durchführung solcher Neigungsgruppen sollte also darauf geachtet werden, alle direkt und indirekt beteiligten Personen von der Rechtmäßigkeit sowie dem Sinn und Nutzen der Veranstaltung in Kenntnis zu setzen.

Als weiteren Kritikpunkt, der allerdings nichts mit dem Ablauf der Neigungsgruppe zu tun hat, möchte ich die fehlende finanzielle Entschädigung für den Mehraufwand an Stunden anführen. Eigentlich sollte man für ein Mehr an Engagement auch ein Mehr an Bezahlung erwarten können, doch das ist leider nicht der Fall. Die Tatsache, dass „eine Anrechnung auf das Stundendeputat der Lehrkraft“[32] nicht möglich ist, hat meines Erachtens auf Dauer nur den zwangsläufigen Rückzug von engagierten Lehrern zur Folge, die nurmehr ihr erforderliches Stundenaufkommen ableisten. Es wird hoffentlich immer Lehrkräfte geben, die ehrenamtlich Sportarbeitsgemeinschaften und Neigungsgruppen anbieten, doch für das Gros der Pädagogen an einer Schule kann dies bei den bereits vorhandenen Belastungen nicht besonders motivierend wirken. Dabei sind es gerade diejenigen Lehrer, die mit über den herkömmlichen Fächerkanon hinausgehenden Veranstaltungen das Profil einer Schule schärfen und, was am wichtigsten ist, die Atmosphäre an einer Schule positiv gestalten. Diese Erfahrung durfte ich am Abschlusstag der Neigungsgruppe machen: in der letzten Stunde Mitte Februar bedankten sich alle Schüler noch einmal ausdrücklich bei mir und zeigten sich sehr traurig darüber, dass die Neigungsgruppe nicht weitergeführt werden kann. Ich gab den Dank zurück und lobte die Teilnehmer für ihr Engagement, ihre Einstellung und die gezeigten Leistungen. Im Laufe der Zeit hatte sich, das wurde mir eigentlich erst gegen Ende der Veranstaltung bewusst, ein sehr herzliches Verhältnis zwischen den Schülern und mir entwickelt. Ohne Notenstress und erzwungener Disziplin hatte ein Kurs stattgefunden, wie man ihn sich im regulären Schulbetrieb eigentlich nur wünschen konnte. Ich hatte während der ganzen Zeit  nicht ein einziges mal mit Disziplinproblemen gleich welcher Art zu kämpfen, obwohl die sachgemäße Durchführung dieser Veranstaltung und besonders der Hockey-Sequenz ein hohes Maß an Disziplin auf Seiten der Schüler voraussetzt. Die Schüler waren fast immer mit Feuereifer bei der Sache, trotz oder gerade wegen des fehlenden Notendrucks. Alle Teilnehmer waren durchwegs intrinsisch motiviert und brauchten zu keiner Zeit in irgendeiner Weise angespornt zu werden. Teilweise gelang es mir, mich aus dem Unterricht weitgehend zurückzuziehen und nur auf die Sicherheit der Teilnehmer zu achten, ohne groß in das Unterrichtsgeschehen eingreifen zu müssen. Dies führte dazu, dass ich auch öfter aktiv in das Spielgeschehen eingriff, besonders beim Inline-Hockey, da ich mich auf das Einhalten der Regeln und auf ein entsprechendes Verhalten der Schüler verlassen konnte.

Viele Schüler berichteten mir auch, dass das Skate to Ski Modul sich sehr positiv auf ihre Fertigkeiten im Schnee ausgewirkt habe. So konnten besonders im Bereich des Kantens und des Drehens beim Skifahren subjektiv große koordinative Zugewinne erzielt werden, die angeblich sowohl im Rennlauf als auch beim freien Skifahren durchschlugen. Dies war, obwohl subjektiv vorgebracht, ein schöner Beweis dafür, wie verschiedene Sportarten miteinander vernetzt sind und durch Phasentransfer und Bewegungskopplung gegenseitig ergänzt werden können. Die immer wieder vorgebrachte These aus der klassischen Transferdiskussion im Skisport, durch das Inline-Skating und besonders den Inline-Slalom werde die Skitechnik durch Interferenzen negativ beeinflusst, da sich falsche und andersartige Bewegungsmuster einschleifen, kann aus meiner Sicht nicht aufrechterhalten werden. Leist sagt hierzu, dass „Transfereffekte auf Konstrukte wie Aufmerksamkeit, selektive Wahrnehmung, Antizipation, Handlungsschema usw.“ zurückgeführt werden können, „denen ein Beitrag zur Variabilität der Lern- wie der Transferaufgabe zugeschrieben wird.“[33] Deshalb sollte eine transferbegünstigende Methodik, wie in der Neigungsgruppe Inline-Skating praktiziert, „die wahrnehmende wie die diese wiederum begünstigende kognitive Differenzierung von Bewegungserlebnissen sichern“[34] helfen.

Auch aus meiner persönlichen Erfahrung heraus ist ein möglichst vielseitiges, koordinativ anspruchsvolles Trainingsprogramm besonders für Jugendliche im Alter meiner Neigungsgruppe die beste Voraussetzung sowohl für individuelle Verbesserungen innerhalb einer einzelnen Sportart als auch für die Fähigkeit, andere Sportarten schneller zu erlernen und ein breit gefächertes Bewegungsspektrum zu erlangen. Dies trägt auch einen wesentlichen Teil dazu bei, dass die Schüler ihre Freizeit sinnvoll gestalten lernen und auf lange Sicht einem Bewegungsmangel vorbeugen. Ich kann mich also in einem Resumé meines Inline-Skating-Projekts nur der Meinung des Kollegen Hagen anschließen, der das Inline-Hockey mit seinem Leistungskurs Sport in Hannover erprobte: „Aufgrund der Unterrichtserfahrungen können wir nur empfehlen, sich auf das Wagnis einzulassen, mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam ein Spiel auf rollendem Gerät zu entwickeln. Gerade das Spiel auf den Inline-Skates war eine besondere Herausforderung für die Schüler, und es ermöglichte eine Rasanz im Spielfluss, die bei Spielen »zu Fuß« kaum in gleicher Weise gegeben ist.“[35]

 

Literaturverzeichnis

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Langzeitplan AG Inline Skating

Schülerzahl 15 - Turnhalle 1/2/3

Dienstag, 14.00 - 15.30 Uhr

  

Datum

Geplanter Stundeninhalt

Besonderes

2.10.2001

Überprüfung und Festigung der grundlegenden Techniken des Inlineskatens

- Sicherheitshinweise und Sturztechniken

- Stride I/II, Swizzle, Spin Stop, T-Stop, Hockey- Stop

- A-Frame Turn, Parallel Turn, Hockey Turn

- kleine Spiele

Grundtechniken

 

9.10.2001

Entfällt wegen Seminartagen

Seminartage

16.10.2001

Koordinationsschulung auf Inline Skates

- kleine Spiele (short track race, Handicap-

  Fangen, verschiedene Drills)

- Hindernisparcours

- Basketball auf Inline Skates

Grundtechniken/

Koordinations-

Schulung

23.10.2001

Koordinationsschulung auf Inline Skates

- Laufen mit verschiedenen Handicaps

- Laufen mit verschiedenen Bällen

- Slalomfahren (micro version, um Bodenmarkie- 

  rungen)

- Fußball auf Inline-Skates

Grundtechniken/

Koordinations-

Schulung

30.10.2001

Herbstferien

Herbstferien

6.11.2001

Inline Hockey: Einführung

- Grundtechniken des Laufens/ 

  Koordinationsschulung

- Vorstellung der Disziplin/ Ausrüstung

- Grundlegende Sicherheitshinweise für  

  Lauftechnik/ Sturztechnik/ Stockhandling

- erste Schritte mit Schläger und Skates

- einfache Übungen zum Ballhandling und 

  Passen

- Vorstellung der Regeln

- Spiel 2:2 auf drei verschiedenen Feldern

Inline Hockey

13.11.2001

Inline Hockey: Ballhandling

- Grundtechniken des Laufens/ Koordinationsschulung

- Verbesserung der Lauf- und Stocktechnik

- Passen im Stand/ im Lauf

- Verbesserung der Spielfähigkeit (2:2)

Inline Hockey

20.11.2001

Inline Hockey: Ballhandling, Passen  

                          und Spielfähigkeit

- kleine Spiele

- Koordination und Ballhandling

- verschiedene Passarten (gezogen, geschlenzt,

  geschlagen, Flip-Pass)

- Einfache Angriff/ Abwehrformationen

Inline Hockey

27.11.2001

Inline Hockey: Ballhandling, Passen 

                          und Spielfähigkeit

- kleine Spiele

- Ballhandling in schnellerer Bewegung

- Festigung der Passtechniken

- Einüben der Angriffs-/ Abwehrformationen und  

  der dazugehörigen Laufwege

Inline Hockey

4.12.2001

Inline Hockey: Spiel

- Ballspiele zur Koordinationsverbesserung

- Ballhandling, 1:1 und einfache Finten

- Wiederholung der Passarten

- Verbesserung der Spielfähigkeit

Inline Hockey

Turnierformen

11.12.2001

Entfällt wegen Seminartagen

Seminartage

18.12.2001

Inline Hockey: Spiel

- Laufstaffeln mit und ohne Handicap

- Ballhandling, 1:1 und einfache Finten

- Wiederholung der Passarten

- Verbesserung der Spielfähigkeit

Inline Hockey

Turnierformen

22.12. – 6.1

Weihnachtsferien

Weihnachtsferien

22.12. – 6.1.

Weihnachtsferien

Weihnachtsferien

8.1.2002

Skate to Ski

- Vorstellung der Disziplin/ Ausrüstung

- Fahren um Bodenmarkierungen

- Fahren in eingegrenzten Räumen

- Bremstechniken: J-Stop, V-Stop

- Rhythmusschulung

Skate to Ski

15.1.2002

Skate to Ski

- Beginner Turns

- Basic parallel Turns (paralleles Grundschwingen)

- Fahren von verschiedenen Radien (weit Þ 

  eng) und verschiedenen Schwungwinkeln 

  (stumpf Þ spitz)

- Rhythmusschulung

Skate to Ski

22.1.2002

Skate to Ski

- Einführung der Kippstangen (Kniekipper Þ

   mittlere Þ lange Stangen)

- Einführung der Kippstangentechnik

Skate to Ski

29.1.2002

Skate to Ski

- verschiedene Radien an Kippstangen

- Steigerung der Geschwindigkeit

- Verbesserung der Spuranlage

- Verbesserung der Armtechnik

- Wettkampfformen

Skate to Ski

Wettkampf

5.2.2002

Skate to Ski

- dynamic parallel turns

- dynamic short radius turns

- Wettkampfformen

Skate to Ski

Wettkampf

12.2.2002

Entfällt wegen Fasching

Fasching

 

Übungssammlung zu den koordinativen und technischen Grundlagen auf Inline-Skates

Die folgende Zusammenstellung ist eine Auswahl von denjenigen Übungen, die sich als besonders effektiv herausgestellt haben. Viele davon wurden alleine oder in Zusammenarbeit zwischen den Schülern und mir entwickelt und haben sich in den Unterrichtseinheiten sehr gut bewährt. 

A) Kleine Spiele zum Aufwärmen

- Fuchsschwanzfangen (Sprungseile werden hinten in den Hosenbund gesteckt. Alle

versuchen, sich gegenseitig den Fuchsschwanz, der am Boden entlang schleift, wegzufahren. „Abgefahrene“ Seile sofort entfernen. Sieger ist derjenige, der sein Seil bis zum Schluss behält.)

- Komm mit – Lauf weg/ Hundehütte/ Kreisfangen (besonders gut zum Üben des

Übersetzens)

- Reaktionsübungen und -spiele mit verschiedenen Startpositionen

- Tanzen und Laufen mit Musik (hat sich besonders als Aufwärmprogramm bewährt!)

- Ultimate-Frisbee auf Inline-Skates

- verschiedene Fangspiele (hier ist Vorsicht geboten wegen den teilweise höheren

Geschwindigkeiten! Es empfiehlt sich eine Begrenzung auf einen kleinen Raum, um v.a. schnelle Richtungsänderungen zu schulen.)

- verschiedene Laufstaffeln (mit und ohne Handicap)

- Zeitungsfangen (Läufer müssen so schnell fahren, dass sich ein Zeitungsblatt, auf

die Brust gelegt, wegen des Fahrtwinds nicht löst. Dann wird versucht, den anderen die Zeitung zu klauen. Wer die Zeitung verliert, scheidet aus.)

B) Ballspiele auf Inline-Skates

- Baseball

- Basketball

- Brennball

- Fußball

- Handball

- Jägerball

- Parteiball

- Schnappball

- Völkerball

Es können nahezu alle Ballspiele auch auf Inline-Skates gespielt werden. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, allerdings muss immer die Sicherheit der Schüler gewährleistet sein.

C) Übungen zu den Grundtechniken des Laufens/ zur Koordinationsschulung

Da die meisten Übungen mehrere koordinative Fähigkeiten gleichzeitig schulen, wird auf eine genauere Einteilung verzichtet und en bloc aufgelistet: 

- Abschleppslalom (Zwei Läufer ziehen einen Fahrer mit zwei Sprungseilen durch einen Slalom)

- Abwerfspiel (Läufer muss auf seiner Fahrt geworfenen Feder- oder Softbällen ausweichen)

- Balanceübungen mit äußeren Störreizen

- Ballonfahrt (zwei Läufer versuchen, zusammen einen eingeklemmten Ballon/ Soft-

ball/ anderen geeigneten Gegenstand möglichst weit zu transportieren)

- Ballslalom (Aufnehmen von auf Pylonen liegenden Tennisbällen und wieder absetzen)

- beide Partner werden an einem Fuß locker zusammengebunden, anschließend

verschiedene Bewegungsaufgaben

- Bockspringen im Lauf (sehr lustig, aber nicht einfach!)

- Einbeinig fahren und dabei tiefgehen

- Fahren um Hindernisse, die kreuz und quer aufgebaut sind

- Gleichgewichtszweikampf (versuchen, den Partner mit der Hüfte aus dem Gleichgewicht zu bringen)

- Hockeyschläger auf Handfläche (relativ einfach)/ Fußoberfläche (schon schwieri-

ger)/ Stirn/ Nase (sehr schwierig) balancieren (siehe Bild 5, Fotogalerie)

- im Laufen zugeworfen Bälle auffangen und wieder zurückpassen

- Jonglieren mit drei Bällen (im Stand und im Lauf)

- Kopfballzweikampf (Gegner muss aus dem Gleichgewicht gebracht werden)

- Laufen mit Aufheben von Gegenständen

- Laufen mit Buch/ Gummiring/ sonstigen geeigneten Gegenständen auf dem Kopf,

ohne dass das Objekt herunterfällt

- Laufen mit Drehungen

- paarweise hintereinander laufen, Hintermann hält Hula-Hoop um Vordermann, die-

ser darf während des Laufens den Reifen nicht berühren (siehe Bild 7, Fotogalerie)

- paarweise Schattenfahren

- paarweise skaten, dabei mit Badmintonschlägern/ Tennisschlägern einen Federball/

Tennisball hin- und her spielen

- paarweise skaten, der eine vorwärts, der andere rückwärt 

- partnerweise hintereinander mit Hüftfassung, der hintere lässt sich blind mitziehen/

der vordere lässt sich blind schieben

- partnerweise Kopfbälle auf Inline-Skates

- Prellen mit zwei Bällen (das können auch zwei unterschiedliche Bälle sein) im

Stand und im Lauf (siehe Bild 8, Fotogalerie)

- Rope-Skipping auf Inline-Skates im Stand und im Fahren

- Sanduhrlauf (Swizzle) vorwärts und rückwärts

- Schieben und Ziehen von Partnern (mit und ohne Seil)

- Seilziehen mit zwei Seilen (Gegner muss aus dem Gleichgewicht gebracht werden, 

siehe Bild 24, Fotogalerie 

- Short-track-Rennen (Einzel, Gruppe, American (Laufen nach Sechstage-Muster)

- Slalomfahren um Hindernisse (Abstand variieren)

- Telemarkschwünge (Kurven fahren mit Beinwechsel)

- Übersetzen im Achter (vorwärts und rückwärts)

- um Kreise herumdribbeln (sehr gut für Kurvenlage und Übersetzen)

- verschiedene Bremsübungen

- verschiedene Fahrübungen auf einem Bein, Turnschuhe am anderen (hier kommt

es v.a. auf die Balancefähigkeit an)

- zwei Bälle aufeinander balancieren (z.B. Volleyball auf Basketball ausbalancieren,

siehe Bild 6, Fotogalerie)     

Generell anzumerken ist hier, dass der Bewegungsvielfalt auf Inline-Skates nahezu keine Grenzen gesetzt sind. Mit Erfindungsreichtum und Kreativität kann man den Schülern unzählige Spiel-, Übungs- und Wettbewerbsformen anbieten, die deren Koordination im allgemeinen und das Laufen auf Inline-Skates im speziellen hervorragend schulen.

Übungsformen zum Inline-Hockey

Die Übungsauswahl zum Inline-Hockey wurde größtenteils ebenfalls in Eigenregie entwickelt, wobei aufgrund des sehr ähnlichen Spielcharakters auch Praxisbeispiele aus dem Eishockey übernommen wurden.

A) Erste Schritte mit Schläger und Skates

- Beidhändige Bewegung des Schlägerblattes um ein am Boden liegendes Hilfsmittel

(teleskopische Schlägerhaltung! Siehe Bild 20, Fotogalerie)

- durcheinanderlaufen auf kleinem Raum (zuerst nur mit Schläger, dann mit Schläger

und zusätzlichen Hindernissen)

- Linienläufe und Staffeln mit Schläger

- mit Ball und Schläger Buchstaben und Zahlen schreiben

- wie oben, jedoch um zwei Hilfsmittel: Beschreibung einer waagrechten 8

B) Einfache Übungen zum Ballhandling

- Ball lupfen über am Boden liegende flache Hindernisse (Sprungseil, Stab, etc.)

- Ball mischen ( = Ball auf dem Boden hin und her spielen), Lehrer zeigt Bewegung

im Raum mit Schläger an, Spieler müssen sich in diese Richtung bewegen

- durcheinanderlaufen mit Ball und verschiedenen Aufgaben auf Pfiff (Blickkontakt

aufnehmen und passen, beschleunigen, Drehung ohne den Ball zu verlieren,

auf die Knie und gleich wieder hoch ohne den Ball zu verlieren, rückwärts fah-

ren ohne den Ball zu verlieren, etc.)

- ein/ zwei Fänger versuchen, Bälle von umherlaufenden Spielern zu stehlen; bei

Ballverlust wird man selbst zum Fänger

- im Stand: Ball mischen, in verschiedene Richtungen (horizontal/ diagonal/ vertikal/

liegende Acht, weit auf eine Seite mit Gewichtsverlagerung, schnell, langsam,

laut, leise, etc.)

- Laufen mit Schläger und unterschiedlichen Bällen, auf Pfiff Ballwechsel

- Linienlauf mit Ball am Schläger, auch gut als Staffelrennen durchführbar

- Pylonen abschlagen (Ball führen, mit einer Hand die Pylonen abschlagen und

gleichzeitig mit einer Hand am Schläger den Ball weiterführen)

- Schattenlaufen mit Ball am Schläger

- verschiedene (Pendel-) Staffeln mit unterschiedlichen Aufgaben

- wie oben, jedoch mit Blick auf Lehrer und somit vom Ball abgewandt, der Zahlen

zeigt. Schüler müssen die Zahlen nennen

- wie oben, jedoch mit zusätzlichen Rechenaufgaben während des Mischens

C) Verbesserung der Lauf- und Stocktechnik/ Koordination und Ballhandling

- durcheinanderlaufen, jeder versucht, mit seinem Ball die Schuhe der Mitspieler zu

treffen, ohne selbst getroffen zu werden

- Kreis- oder Achterlauf mit Ball auf allen Basketballkreisen in der Halle

- Penalties fahren (sehr beliebt bei den Schülern!)

- Slalomlauf um Pylonen mit Ball (siehe Bild 21, Fotogalerie)

- Überspielen als Wettkampf (längs der Halle wird ein ca. 10m breiter Korridor mit

Pylonen markiert/ alternativ können auch die Hallenlinien verwendet werden: in diesem Korridor stehen mehrere aktive Verteidiger mit Abstand hintereinander, die nacheinander von den Angreifern überspielt werden müssen, ohne seitlich den Korridor zu verlassen. Sieger ist derjenige Angreifer, der am weitesten kommt oder die komplette Verteidigerreihe überspielen kann.)

- Überspielen im Stand (Verteidiger passiv: stellt den Schläger nach vorne; Verteidi-

ger teilaktiv: bewegt den Schläger halbkreisförmig wie einen Scheibenwischer vor seinem Körper hin und her, zuerst umgedreht, dann richtig herum; Verteidiger aktiv: versucht, dem Angreifer den Ball herauszuspielen) und im Lauf (Angreifer vorwärts, Verteidiger rückwärts)

- um Pylonen kreisen, links und rechts herum und weiterlaufen

- Verfolgung auf den Basketballkreisen mit dem Ball am Schläger

- verschiedene Übungen zum Ballführen in Gassenaufstellung (Dreiergruppen): mit

Umspielen von Hindernissen, mit Drehungen, mit Kurven um den Partner, etc.

- Tigerball (3:1, 4:1, 5:1, 5:2, etc., kann sehr gut auf den Kreisen der Basketballfelder

(Ersatz für die Bullykreise) gespielt werden, allerdings muss bei einer größeren Anzahl an Spielern der Kreis vergrößert werden)

- verschiedene Passübungen (in Gassenaufstellung, in Bewegung über die Diagona-

le, partnerweise im Vorwärts- und Rückwärtslauf, über Kreuz passen, im Dreieck mit Platzwechsel, mit zwei sich überlagernden Dreiecken, mit Einbau der Hallenlinien und -markierungen, mit Zusatzhindernissen, mit verschiedenen Techniken, von verschiedenen Positionen, mit anschließendem Torschuss, aus dem Übersetzen/ Beschleunigen heraus, Droppässe, mit aktivem/ passivem Verteidiger, in Überzahl-/ Unterzahlsituation, partnerweise Passen auf Geschwindigkeit und Frequenz, Zielpassen, etc.[36], wobei immer auch Rückhandpässe geübt werden sollten.) Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die mit unterschiedlichen zusätzlichen Hilfsmitteln unendlich oft variiert werden können. Besonders motivierend ist es für die Schüler, wenn der letzte „Pass“ ein Torschuss ist.

- zwei konzentrische Kreise aus Spielern bewegen sich gegeneinander; mehrere Bäl-

le werden hinzugegeben und vom inneren zum äußeren Kreis gepasst und wieder zurück, dabei muss der Schläger stets anspielbereit am Boden sein. Nach angenommenem Ball muss zuerst ein paar Meter gefahren werden, bevor der nächste Pass erfolgen darf; Richtungswechsel nicht vergessen!

D) Verbesserung der Spielfähigkeit/ Einfache Angriffs- und Abwehrformationen

- elementare Übungen zum Passen, Freilaufen und Anbieten (give and go, Doppel-

pass, Überlassen durch Droppass)

- feste Einteilung von Verteidigern und Stürmern in Blöcken, dann 1:0/ 1:1/ 2:0/ 2:1/

3:1/ 3:2 auf ein Tor, bei Ballverlust bzw. Abwehr kommt nächster Block an die Reihe

- Kaiserspiel 2:2 auf mehrere Felder (z.B. auf den Badmintonfeldern: Spielfelder wer-

den durchnummeriert; bei Sieg muss auf das nächst niedrigere Feld, bei Niederlage auf das nächst höhere gewechselt werden. Sieger auf Platz 1 bleibt stehen genauso wie Verlierer auf dem niedrigsten Platz. Spieldauer zufällig wählen, um ein Zeitspiel auszuschließen. Siegermannschaft ist diejenige, die nach dem letzten Durchgang auf Platz 1 gewonnen hat)

- Kampf um den Ball (zwei Spieler stehen mit Blick auf das Tor und Abstand neben-

einander; Passgeber passt von hinten Ball an beiden vorbei Richtung Tor; beide Spieler sprinten dem Ball nach; Ballgewinner versucht, ein Tor zu erzielen; der andere versucht, ihn daran zu hindern)

- Übungen zum kontrollierten Spielaufbau (feste Spielzüge mit höchstens 2-3 Statio-

nen[37] aus der Verteidigung heraus)

 

Evaluierungsbogen

Nach dem erstmaligen Durchführen einer Neigungsgruppe Inline-Skating ist es für mich wichtig zu wissen, wie Euch die Veranstaltung gefallen hat. Ihr habt hier auf diesem Blatt Gelegenheit, Euch anonym zum Ablauf der vergangenen Stunden zu äußern. Ihr könnt mir hier genauso „eine reinwürgen“ wie auch Positives zum Ausdruck bringen. Bitte schreibt keinen Namen auf das Blatt und seid vor allen Dingen EHRLICH in jeder Hinsicht, damit die Ergebnisse verwertbar sind und ich mir ein objektives Urteil von Euerer Gesamtmeinung bilden kann!

1. Wie hat Dir die Neigungsgruppe Inline-Skating gefallen?

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2. Was hat Dir besonders gut gefallen?

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3. Was hat Dir nicht so gut gefallen?

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4. Was könnte man besser machen?

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5. Welche Reaktionen hast Du auf Deine Teilnahme an der Neigungsgruppe Inline-Skating innerhalb der Schule und von Eltern/ Verwandten/ Bekannten erhalten?

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6. Hast Du noch Anregungen/ Wünsche/ Beschwerden?

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 7. Würdest Du nochmals an einer Neigungsgruppe Inline-Skating teilnehmen? Würdest Du Freunden empfehlen, an einer Neigungsgruppe Inline-Skating teilzunehmen?

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8. Was hat Dir an der Lehrkraft gut/ weniger gut gefallen?

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Merkblatt   

Grundsätzliche Verhaltensregeln:

 

1)      Vor dem Skaten immer kurz aufwärmen!

2)      Vor dem Skaten immer die komplette Schutzausrüstung anlegen!

3)      Rücksicht auf andere!

4)      In der Halle herrscht Rechtsverkehr!

5)      Überholt wird immer außen!

6)      Bei drohendem Frontalcrash: rechts halten!

 

Verhaltensregeln in der Sporthalle:

1)      Das Skaten ist nur mit abmontiertem oder abgetapetem Stopper erlaubt!

2)      Nicht in vollem Tempo gegen die Trennwände fahren, falls diese heruntergelassen sind!

3)      Die Skates immer erst unten unmittelbar in der Halle anziehen! Kein Treppensteigen mit den Skates!

4)      Das Skaten ist nur mit non-marking wheels erlaubt!

 

Markt Schwaben, den 9.7.2001

 

Liebe Schülerinnen und Schüler,

Im nächsten Schuljahr wird eine Neigungsgruppe Inline Skating am Franz-Marc-Gymnasium eingerichtet. Die NG wird voraussichtlich immer am Dienstag nachmittag stattfinden. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte am kommenden Montag um 11.45 Uhr zur allgemeinen Besprechung und Vorstellung des Projekts in den Raum Nr. 134 kommen.

ACHTUNG: DIE EINSCHREIBUNG FINDET EBENFALLS AM KOMMENDEN             

Montag STATT! WER ALSO BEI DER NG DABEI SEIN MÖCHTE, MUSS SICH DORT IN DIE AUSLIEGENDE LISTE EINTRAGEN, ANSONSTEN IST KEINE TEILNAHME MÖGLICH! 

 

Bei Rückfragen bitte an Hr. v.d.Stemmen im Lehrerzimmer wenden

 


[1] Nagel, Volker: Ein neuer Schulsport?, S. 17

[2] Schildmacher, Anne: Rollenwechsel, S. 15

[3] Man denke hier nur an den Snowboardsport, der ähnlich jung wie das Inline-Skating ist. Mittlerweile hat sich aus einer Handvoll tiefschneefahrender Enthusiasten eine Wettkampfszene mit fünf verschiedenen Disziplinen (Slalom, Riesenslalom, Halfpipe, Boardercross und Big Air) etabliert, die auf höchstem technischen Niveau als Weltcupserie jedes Jahr viele Zuschauer und Sponsoren in ihren Bann zieht.

[4] Mit Vorerfahrungen im Bereich des Schlittschuhlaufens, als durchschnittlich koordinierter Autodidakt und mit Hilfe kommerzieller Inline-Skating Schulen ist es für den Anfänger heutzutage sehr leicht, die ersten „Gehversuche“ auf dem neuen Sportgerät zu machen.

[5] Schildmacher, Anne: Rollenwechsel, S. 15

[6] Nagel, Volker: Ein neuer Schulsport, S. 17

[7] Im Freestylebereich erschien mir darüber hinaus das Verletzungsrisiko für die Jugendlichen zu hoch.

[8] Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 1990, S. 133-135

9 Nagel, Volker: Ein neuer Schulsport?, S. 17

[10] vrgl. Fachlehrplan Sport Teil 1, S. 796 ff

[11] Nagel, Volker: Sportartenübergreifende Vermittlung, S. 60

[12] Großschmidt/ Schmaus, S. 87

[13] Großschmidt/ Schmaus, S. 87

[14] Broschüre Sport nach 1, S. 8

[15] Broschüre Sport nach 1, S. 8

[16] Sport nach 1, S. 10

[17] vrgl. Fachlehrplan Sport Teil 1, S. 796 ff)

[18] Nagel, Volker: Sportartübergreifende Vermittlung, S. 60

[19] Hagen/ Trebels, S. 54

[20] Von den 15 Teilnehmern der Neigungsgruppe waren 11 Mitglieder in örtlichen Skiclubs und davon wiederum 9 aktive Rennläufer. Da ausnahmslos alle Teilnehmer mit unterschiedlichem Zeitaufwand in ihrer Freizeit Ski fahren, profitierten von diesem Training nicht nur die Rennläufer. Über das Fahren durch einen Slalomparcours und die dazu notwendigen Techniken und vorgeschalteten Übungen wird auch die Gesamtposition auf den Skates bzw. durch Bewegungstransfer auch auf den Ski verbessert. Besonders bemerkenswert ist hier der Zugewinn hinsichtlich der Gleichgewichtsfähigkeit in Richtung der Skilängsachse: durch die kurze Auflagefläche der Inline-Skates werden die Jugendlichen zu einer feinsten Koordinierung ihrer Vor-Rück-Balance gezwungen, was sich, übertragen auf den Skisport und die verlängerte Standfläche, enorm positiv auf die Gegenregulierung des Körpers bei unebenem Gelände und Buckelpisten auswirkt.     

[21] Allgemein eignen sich flächenelastische Böden der Norm DIN 18032 für Inline-Skaten. Da die meisten der in Sporthallen verwendeten DD-Linodurböden für schwerste Belastungen ausgelegt sind und somit fast immer dieser DIN-Norm entsprechen, ist das Skaten hier grundsätzlich mit dem Boden verträglich. 

[22] Bei der Gemeinde-Unfallversicherung (GUV) können kostenlos Broschüren zur Sicherheit auf Inline Skates angefordert werden, die auch an die Teilnehmer weitergereicht werden können. 

[23] In dem Buch „Richtig Inline-Skaten“ wird auf diese Tatsache hingewiesen. Hier heißt es auch: „...es verbleiben am Boden immer Rückstände, sobald mit Inline-Skates darauf gefahren wird. Diese sind meist farblos und beschädigen den Hallenboden nicht.“ Es empfiehlt sich aber trotzdem, zusätzlich eine Genehmigung zum Skaten vom zuständigen Sachaufwandsträger der Halle einzuholen, um alle Formalien zu erfüllen und mögliche Bedenken auf Seiten der Schulleitung und der Hausmeisterei zu zerstreuen. Außerdem können beim Deutschen Inline Verband (DIV) Unbedenklichkeitserklärungen zusammen mit TÜV-Gutachten über die verschiedenen Hallenböden angefordert werden.  

[24] Hinsichtlich der Torgröße ist unbedingt darauf zu achten, dass diese keinesfalls über Kniehöhe hinausreicht, um den im Tor stehenden Spieler nicht durch zu hohe Schüsse zu gefährden. Alternativ wäre natürlich auch ein nach den Wettkampfbestimmungen reglementiertes Tor denkbar, in dem dann allerdings ein Torwart mit Ausrüstung stehen müsste. Um diese unverhältnismäßige Anschaffung zu umgehen und auch weil das Spiel in keiner Weise beeinträchtigt wird, habe ich während des gesamten Moduls die selbstgebauten kleinen Tore verwendet. 

[25] Wutz/ Vorleuter, Abschnitt 11.30, S. 1

[26] Dies gilt im auch für die Anschaffung von Unterrichtsgegenständen sowie die Ausstattung der Sporthallen. Die entsprechenden Vorschriften hierzu finden sich bei Wutz/Vorleuter.

[27] Bei kleinem Spielfeld und kurzen Laufwegen tritt aufgrund vieler kurzer Sprintbelastungen die anaerobe Energiebereitstellung stärker in den Vordergrund. Da diese aber im Vergleich zum aeroben Ausdauertraining einen weitaus geringeren gesundheitlichen Wert hat, ist ein größeres Feld von Vorteil, da die Spieler hier weniger intensiv, aber länger laufen müssen. Daher findet hier die Energiebereitstellung vorwiegend über aerobe Systeme statt, die im Rahmen der gesundheitsorientierten Fitness einen hohen Beitrag zur Gesundheit leisten.

[28] Hier haben sich die Badmintonmarkierungen sehr gut bewährt: so kommt man mit einfachen Mitteln und ohne viel Geräte auf neun Felder in einer Dreifachhalle. Als Tore wurden entweder zwei Pylonen oder Kastenoberteile verwendet, die auf der Längsseite senkrecht aufgestellt wurden. Die Spielfeldgröße ist somit gerade für ein Spiel 2:2 ideal, da man genügend Platz zur Verfügung hat und die Laufwege nicht allzu groß sind. Es empfiehlt sich weiterhin, bei jeweils drei Badmintonmarkierungen in einem Drittel der Dreifachhalle die Plätze in bestimmter Reihenfolge zu belegen, damit keine unbeabsichtigten Kollisionen, besonders in den Einführungsstunden, entstehen.

[29] Horsch/ Capla, S.150

[30] Es wurden zwei verschiedene Mannschaftstaktiken eingeübt: ließ man das Tor frei, wurde klassisch mit zwei Verteidigern und drei Stürmern agiert. Dies fand meistens in Angriffssituationen statt, um alle Spieler in das Geschehen einzubinden und vor dem gegnerischen Tor eine Überzahlsituation zu schaffen (außerdem waren Torschüsse jenseits der Mittellinie verboten). In der Defensive wurde ein Mann ins Tor gestellt und auf die sog. „Box“ übergegangen, in der die verbleibenden vier Spieler die vier Ecken eines imaginären Quadrats vor dem eigenen Tor besetzen.

[31] So muss zum Beispiel der Verteidiger wesentlich mehr Wege im Rückwärtslaufen absolvieren und öffnende Pässe spielen können als der Stürmer. Dieser wiederum, und hier besonders der Mittelstürmer, muss explosiv nach vorne und nach hinten arbeiten, was sehr gute konditionelle Eigenschaften voraussetzt.

[32] Broschüre Sport nach 1, S. 11

[33] Leist, S. 240

[34] Nagel, Volker: Sportartübergreifende Vermittlung, S. 61

[35] Hagen, Reinhard: S. 57

[36] Dies war zentraler Übungsbestandteil, soll hier aber nur exemplarisch aufgeführt werden, da es unzählige verschiedene Übungen zum Passen gibt, deren Aufzählung und Beschreibung im Detail den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde.   

[37] Alle Stationen über diese Anzahl hinaus würden die Schüler überfordern und sie mit zu viel Taktik einschränken, wo doch Spielfreude und Kreativität gefragt sind. Der kontrollierte Spielaufbau über wenige Stationen soll ihnen jedoch helfen, den Sinn des Passens zu erkennen und damit auch die Möglichkeit eines erfolgreichen Zusammenspiels. Hierbei muss zur Erleichterung der Schüler streng methodisch vorgegangen werden, um einen Lernerfolg sicherzustellen: die Kombinationen müssen zuerst ohne Gegner im Stand, dann ohne Gegner im Lauf, dann mit passivem Gegner, dann mit teilaktivem Gegner (z.B. mit umgedrehtem Schläger), dann mit aktivem Gegner in Unterzahl, dann mit aktivem Gegner in voller Zahl und zu guter Letzt im Spiel eingeübt werden