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Marc , Wassily Kandinsky , Gabriele
Münter , Alexej Jawlensky,
Macke wuchs in Bonn und in Köln auf. In Düsseldorf besuchte er schon 1904 die Akademie und 1905-06 die Kunstgewerbeschule, wo er bei Fritz Helmut Ehmcke arbeitete. Mackes Talent wurde von Luise Dumont, der Leiterin des Schauspielhauses, erkannt. Er bekam Aufträge für die Dekorationen und Kostüme zu Shakespeares "Macbeth" und Büchners "Leonce und Lena". Macke war ein reiselustiger Maler. Nach einer Italienreise im Jahre 1905 fuhr er 1906 mit den Schriftstellern Wilhelm Schmidtbonn und Herbert Eulenberg nach Belgien, Holland und London. Doch stärker noch zog ihn Paris an, das er 1907 dank der Unterstützung durch Bernhard Koehler zum ersten Mal besuchen konnte. Besonders tief wurde er von Matisse beeindruckt, der die reine, ungebrochene Farbe zu strahlendem Glanz brachte, der durch Farben, nicht durch Perspektive den Raum bildete und Harmonie durch farbige Kontraste erreichte. Schon 1907 versuchte Macke, "Farben auf dem Brett zusammenzustellen, ohne an ein reales Objekt zu denken«. Im Winter 1907-08 besuchte er Lovis Corinths Malschule in Berlin.
Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten malerischen Ausdrucks kam der Begegnung mit
Als 1911 einige Mitglieder ein Gemälde ihres Gründers Kandinsky ablehnten, trat dieser mit Marc, Alfred Kubin und
Gabriele Münter aus: Sie schlossen sich zu einer neuen lockeren Gemeinschaft zusammen, die nach einem Bild Kandinskys Der Blaue Reiter genannt wurde. Macke beteiligte sich auch an der Redaktion des gleichnamigen Almanachs. Auf der ersten Ausstellung des "Blauen Reiters" im Dezember 1911 in der Münchner Galerie Thannhauser war er mit drei Bildern vertreten; daneben stellten Kandinsky, Marc, Heinrich Campendonk, Gabriele Münter, Paul Klee, David Burljuk und Wladimir Burljuk sowie Jean Niestlé aus; außerdem zeigte der Komponist Arnold Schönberg seine Malversuche; Paris war durch den Zöllner Henri Rousseau und Robert Delaunay repräsentiert, dessen Bilder Macke bewunderte. Sie seien imstande, "einen mit geradezu himmlischen Freuden an der Sonne und am Lebendigen zu überschütten".Macke ließ es an kritischer Betrachtung der Ausstellung nicht fehlen; so schrieb er an Marc: "Von Deinen Sachen war ich ziemlich enttäuscht. Ich habe bei allem das Gefühl des Unfertigen, Gewollten und nicht ganz Gekonnten. Ich räsoniere nicht gegen den "Blauen Reiter", sondern gegen verschiedene lahme Stellen an seinem Pferd". Marc nahm diese Kritik mit Verständnis auf. Auf der historisch wichtigen Sonderbund-Ausstellung in Köln 1912 - der ersten umfassenden Obersicht über die neue europäische Malerei, worin neben Paul Cezanne, Vincent van Gogh und Edvard Munch auch Pablo Picasso, Georges Braque, Paul Signac und andere Künstler der Avantgarde zu sehen waren - kam auch der "Blaue Reiter" wie "Die Brücke" zur Geltung.
1912 fuhren Macke und Marc nach Paris. Der Besuch galt Robert Delaunay, dem weitoffenen Maler, dessen lebensfreudige Anschauung der Art des Deutschen Macke verwandt war. Delaunays Eiffelturm-Bilder zeigen auf neue Weise die Dynamik der Eisenkonstruktion, durch Zerlegen und Aufsplittern in eine kühne Bildersprache übersetzt. Guillaume Apollinaire, der Dichter und literarische Wegbereiter der modernen Kunst, fand für diese Variante des Kubismus die Bezeichnung »Orphisme". Delaunay erkannte auch die Möglichkeiten der gegenstandslosen Malerei.
In jenen Jahren lag die Idee der Abstraktion in der Luft: Unabhängig voneinander wurde sie außer von Kandinsky auch von Larionov in Moskau, von dem Tschechen Franticek Kupka in Paris und von Adolf Hölzel in Stuttgart aufgenommen; schon 1898 hatte August Endell (1871-1925) eine Kunst vorausgeahnt, die nichts darstellt, aber "Wirkungen hervorzubringen vermag wie die Musik". Zwischen Delaunay und Macke entwickelte sich eine enge Freundschaft. Mit Apollinaire kam Delaunay nach Bonn zu Macke, der dem französischen Maler eine Ausstellung in Köln vermittelte. 1913 fuhr Macke,nach Berlin, um im "Sturm" den "Ersten Deutschen Herbstsalon" vorzubereiten, den Herwarth Walden veranstaltete. Der Blaue Reiter trat hier als geschlossene Gruppe auf. Mehr als 80 Künstier aus Deutschland und Amerika, aus Frankreich und Italien, aus der Schweiz und anderen Ländern formierten sich zur Avantgarde der europäischen Malerei.
Im Herbst 1913 siedelte Macke mit seiner Familie nach Hilterfingen am Thuner See über. Es entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen zu Louis Moilliet und zu Paul Klee. Während der acht Monate in der Schweiz war Macke außerordentlich produktiv. Es entstanden jene Bilder, die ihn im sicheren Besitz der bildnerischen Mittel zeigen. Die Eindrücke und Anregungen vieler Künstler gingen nun in seinen eigenen unverwechselbaren Stil ein. Im Gegensatz zu Franz Marc, der den Menschen aus seiner Bilderwelt ausschaltete, blieb Macke in Verbindung mit Natur und Mensch. Sein Lieblingsmotiv war der Mensch: Der Mensch in der Landschaft - Frauen in engen fußlangen Kleidern vor Modeläden - Spaziergänger auf der Brücke und im Park. In den Darstellungen dieser Motive glückte ihm die Verwandlung des Sichtbaren in ein lyrisches Gesamtbild farbiger Formen: Menschen und Dinge sind von weichen Umrissen umzogen und immer ist es die Farbe, die den Aufbau des Bildes bestimmt. Die Olfarbe wird, wie auf Aquarellen, leicht hingestrichen.
Im April 1914 fuhren Macke, Louis Moilliet und Klee von Marseille nach Tunis. Nur zwei Wochen dauerte die Begegnung mit der afrikanischen Frühlingslandschaft. Aber diese Tage waren von einer fast rauschhaften Produktion erfüllt; täglich entstanden bis zu 50 Skizzen und Zeichnungen. Die Summe der Reise bilden 38 Aquarelle wie Kairuan I, Ansicht der uralten Berberstadt, oder Landschaft am Meer; damit erreichte Macke eine neue Stufe der Reife. Die durchsichtig hellen Wasserfarben, mit leichter Hand aufgetragen, vereinen sich zu klaren Harmonien bar jeder Unreinheit. Die "Seligkeit der Farben", die Macke suchte, strahlen diese Aquarelle aus.
Den Sommer 1914 verbrachte Macke in Bonn uncl in dem Schwarzwaldort Kandern bei Lörrach. Ende Juli entstand die große Komposition einer Straße mit vielen Menschen in der Dämmerung: Der Abschied. Statt der blühenden Farben bestimmen Grau, Fahlrosa und Schwarz den Klang dieses letzten Bildes. Es blieb unvollendet, und unvollendet blieb auch das malerische OEuvre Mackes: Am 26. September1914 fiel er im Alter von 27 Jahren bei Perthes-les-Hurlus in der Champagne.